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volutionsstürme, die heute Europa erschüttern, schon längst ein-getrcten sein.
So sprach man sonst, und so wird noch heute gesprochen.Befolgen wir aber hier den Grundsatz: gullintnr et altera iiai-8und lassen auch die Protestanten sprechen, die sich so vernehmenlassen: Die Reformation ist keine Revolution gegen eine höheregöttliche Autorität. Denn zuerst sahen die Reformatoren ihrWerk keineswegs als eine Revolution gegen die Kirche an,sondern als eine Restauration; denn, sagten sie, die Revolutionist gerade in der katholischen Kirche befindlich, da die Hierarchiedie ursprünglichen apostolischen Institutionen umgestoßen, eigenesMcnschcnwerk zu ihrem Vorthcile an deren Stelle gesetzt undsogar die evangelische Lehre verfälscht hat.') Zweitens war nachden Ansichten der Reformatoren die Reformation gar keine Auf-lehnung gegen die höchste kirchliche Autorität. Denn, sagten dieReformatoren den Päpsten, euer Ansehen, eure Macht ist eineangemaßte, ungeheuer übertriebene; sie hat das Verderben überdie Kirche gebracht, welches nicht einmal mehr verborgen werdenkann; euer Regiment, eure Gewalt widerspricht dem Evangelium,welches Quelle aller kirchlichen Institutionen sein soll; Hauptder Kirche ist Christus, dem wir die Ehre geben, in dem wireuer Menschcnwcrk nicht anerkennen. Drittens hielt die Refor-mation bei ihrer Auflehnung gegen die Hierarchie ja ein höchstesgöttliches Autoritätsprincip fest und stellte dieß gerade dem nachihrer Ansicht nur menschlichen Autoritätsprincipe in der kath.
, Kirche gegenüber. Eine Auflehnung aber gegen ein solches fürgöttlich ausgegebcncs Princip ist doch etwas ganz Anderes, alseine Auflehnung gegen die Staatsgewalt. Denn beide Gewaltenberuhen auf ganz verschiedenen Prinzipien. Die Reformatorenbehaupten, daß eine Kirchenherrschaft, wie sie die Päpste unddie Hierarchie über dir Völker übten, weder im göttlichen, nochim Naturrechte gegründet und Nichts als eine unsittliche An-maßung sei; sie behaupteten ferner, daß gerade jene Kirchen-hcrrschaft sich in permanentem Revolutionsstande gegen den Staatbefinde, denselben untergrabe und seine Rechte usurpire, die ihmwieder gerettet werden müßten. Anders verhalte es sich mit der
>) Ich schreibe dieß von dem Standpunkte der Reformatoren.