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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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wohl sie aus ihren gegen die Könige gcthancn Schritten sichpraktisch entwickelte. Dieser Einwurf ist ohne Bedeutung; dennwenn die Päpste die Völker zu Empörungen gegen ihre Könige,zu Absetzung derselben auffordcrten, so wollten sie die That, unddiese ist die verkörperte Idee. Hatten sie diese nicht, so war ihrBeginnen um so tadelnswerther, weil sie Etwas thaten, wassie als Idee verwerfen mußten. Aber auch die Idee haben siegehabt. Bruno, der Beschreiber des zwischen Heinrich IV.und den Sachsen geführten Krieges, sagt bei Gelegenheit desReichstages zu Forchheim, auf welchem Rudolph von Schwa-ben gegen Heinrich IV. zum Kaiser gewählt wurde: „Auch daswurde einstimmig gebilligt und durch das Ansehen des Papstes (dessenLegaten dem Reichstage vorsaßen) festgesetzt, daß die königlicheGewalt Keinem durch Erbfolge, wie es bisher gebräuch-lich gewesen war, übergeben werde, sondern daß der Sohneines Königs, und wäre er noch so würdig, vielmehr durch freieWahl als durch Succession zum Throne gelange; wenn aberder Sohn eines Königs nicht würdig wäre, oder das Volkwollte ihn nicht, so solle das Volk die Macht haben,zumKönige zu machen, welchen cs wolle. „So Bruno,ein Zeitgenosse und feuriger Anhänger Gregor's, dessen Zeug-niß also in jeder Hinsicht unverdächtig ist.

So wird also die Frage über legitime Thronfolge dem Volkezur Entscheidung gegeben, wie man ihm auch das Recht gab,die Könige abzusetzcn, wenn cs dem Papste beliebte, oder dieseres befahl, woraus das Volk leicht eine Folgerung ziehen undeinen Schritt weiter gehen, d. h. Könige absetzen konnte, wennes ihm einmal beliebte, da der Nntcrthanen-Eid durch den fre-velhaften Leichtsinn, womit die Päpste desselben entbanden, seinegeheiligte Kraft schnell verlor.

Auf diesen Anfang der Lehre von der Dolkssouverainität"hat, so viel uns bekannt, noch kein Schriftsteller aufmerksam ge-macht; viele, von denen wir nur den Grafen von Maistre'.ennen wollen, haben gerade die Päpste als die SchöpferundErhalter der europäischen Monarchicen dargcstcllt und gepriesen,eine Ansicht, die mit der von der Unfehlbarkeit der Päpste, fürwelche der Herr Graf sich schon oft hat aus dem Sattel heben lassen,auf gleichen Füßen steht.