Einleitung.
Aie Jesuiten haben oft für die Stützen der legitimen Staats-gewalt gegolten, und auch heutzutage noch rechtfertigt diePartei, welche deren Herstellung in Deutschland und Frankreichverlangt, ihr Bestreben mit dem Borgeben, daß die GesellschaftJesu durch die ihr wieder in die Hände gegebene Erziehung undBelehrung der Jugend, durch den ihnen wieder eingcräumtenEinfluß auf die Gewissen und Gemüther des Volkes, vor allenAndern im Stande sein werde, Jünglinge und Männer wiedermit der legitimen Staatsmacht auszusöhnen, wahre Gottesfurcht,Achtung gegen die Religion, und mit ihnen Ehrfurcht vor dervon Gott angeordneten Obrigkeit zu erzeugen, und so dem re-volutionären Streben und Treiben, was über Europa so vielUnheil gebracht habe, die gehörigen Schranken zu setzen. Hatja noch in der neueren Zeit ein gefeierter Namen des südlichenDeutschlands, an den sich freilich früher ganz andere Ideen knüpf-ten, in öffentlicher Schrift behauptet, nur die von den Jesuitenaufgestellte Erziehungsmethode könne die vielfachen Gebrechen derJugend heilen und den Staat von dieser Seite beruhigen. Mitbesonderer Bedeutsamkeit pflegt man ferner auf den wichtigenUmstand hinzuweisen, daß nicht lange nach der Aufhebung desJesuitenordens die französische Revolution über Europa mit all'ihren Gräueln und Verwüstungen in Kirche und Staat herein-gebrochen sei, weil mit dem Orden die stärkste Barriere undSchutzmauer bisher geheiligter Gewalt und Ordnung gefallenseien.