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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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nur dem Chore weihen will.'") Nun ja, wenn der Psallirendekein Latein versteht, so versteht es doch Gott.

vm. Vom Sacramentc der Ehe.

Es ist nicht unsere Absicht, die kasuistische Lehre über diesenGegenstand weitläufig vorzulegen, zumal wir das Anstößigstederselben schon beim sechsten Gebote hergcsetzt haben; denn es istfür Geist und Herz eine Qual, über Sachen zu schreiben, überdie sich, ohne zu erröthen, kaum sprechen läßt. Es wird daherdem Vernünftigen und Gesitteten stets der Vorwitz der Casuistcnverdammlich erscheinen, womit sie sich erkühnt haben, die Ge-heimnisse des ehelichen Lebens, die nicht über die geheiligteSchwelle treten sollen, in ihren Moraltheologieen ohne alle Scheuund Rücksicht an's Licht zu ziehen und sie mit den Messernihres lüsternen Scharfsinnes zu anatomircn. Wodurch wollen siedieses Thun entschuldigen oder rechtfertigen? Die Beichtväterbedurften eines solchen jesuitischen Unterrichtes nicht, der jeneGeheimnisse profanirt, Manchen ärgert und noch Mehrere ver-führt; die Eheleute hatten ihn auch nicht nothwendig, nament-lich nicht von Priestern, in deren Munde er skandalös wird;denn wer hat die gottseligen Väter in die Mysterien des Ehe-betts eingeweiht? Und gewiß sind die Belehrungen und Aus-schlüsse der Casuistcn nicht sittlich nothwendig; denn statt aufZucht und Verschämtheit des ehelichen Lebens zu dringen; stattjede ausschweifende Ungebühr mit strengem und tugendhaftemErnste in die gehörigen Schranken zu weisen, gestatten sie jedezügellose Lustbefriedigung und eximiren sie von schwerer Ver-sündigung, unter dem Vorwände: so Etwas sei Eheleuten er-laubt. Wer noch sittliches Gefühl hat und heilige Achtung undScheu vor der Natur, wird ohne tiefen Unwillen die Ansichtender Casuistcn über diesen Punkt nicht lesen können.

1) Bei den Casuistcn kommen manche merkwürdige Erschei-nungen vor, die- sich nur aus der Tendenz des Ordens, dieGunst und Liebe der Menschen auf jede Art zu erhaschen, er-klären lassen. Dahin gehört die absolute Entscheidung, daß diesich Vermählenden, und nicht der Priester, die Ausspender des

-") Lscob. Vr. VII. Lx. 8. c. 4. n. 53 p. 857.