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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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pflichtet ferner den Beichtvater unter einer Todsünde, was auchLugo behauptet.^)

37) Ist es aber auch genug, daß die Meinung des Beich-tenden bloß probabel scheint, und es in der That gar nicht ist,um den Beichtvater zu verpflichten, sich ihr zu accomodiren?

Ich antworte: sie muß wirklich probabel sein, entweder aus in-neren Gründen, oder durch das Ansehen der Dvctoren. Wenndaher die Meinung des Beichtenden beider Probabilitäten er-mangelt, und nur ihm selbst probabel scheint, z. B. daß dieseroder jener Contract nicht Wucher sei: so muß der Beichtvaterdie Meinung doch ganz genau prüfen, ob sie nicht wahrschein-lich sei, wenigstens äußerlich, durch das Ansehen irgend einesDoctors; und wenn er dicß findet, so richte er sich nach selber.

38) Was soll der Beichtvater thun, wenn er merkt, daßder Beichtende irgend eine Sünde, die er begangen hat, nichtbeichtet, oder gar abläugnet? Antwort: Wenn es ganz evidentist, daß er sie begangen und keinem Andern gebeichtet hat, sodarf er ihn nicht absolviren. Ich sagte: wenn es ganz evi-dent ist. Denn wenn cs dem Beichtvater zweifelhaft ist, oderwenn er zweifelt, ob der Beichtende nicht aus einem gültigenGrunde läugnc, so kann er ihn absolviren, weil man jeden fürgut halten muß, bis das Gcgentheil klar erhellet. Weil alsoeine solche Evidenz ganz selten ist, cs auch oft der Fall seinkann, daß der Beichtende einen vernünftigen Grund habe, eineSünde abzuläugnen, wie wir oben erörtert haben, z. B. seinenoder eines Anderen schweren Schaden, daß er ferner irgend eineprobabele Meinung für sich und seine Handlung hat: so scheintmir, daß man ihn in der Regel absolviren müsse.

3S) Wie aber, wenn der Beichtvater aus der Beichte An-derer weiß, daß z. B- Pcrer dieß oder jenes Verbrechen began-gen und nicht gebeichtet hat, wenn aber Peter, im Beichtstühledarüber befragt, cs ganz abläugnet: wem muß der Beichtvaterglauben, dem Andern oder Peter? Ich antworte, eher diesem

't'-»nl,. c. u l. „. t—.3. 1 >. 581—383. Escobar, allewir oben sahen, behauptet, der Beichtvater muffe sich auch einer falschenMeinung des Beichtenden fügen. N) IVimI,. !. c. n 4. p. 384. r») il,iä.n. 56. p. 3S5. 386.