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dieses wohl anders geschehen, als durch eine wahre Zerknirschungdes Herzens? Und sollte diese wohl möglich sein, ohne daß inder Seele die Liebe zu Gott wiedererweckt ist, in deren Lichtewir eben die Schönheit der verlassenen Tugend, die Häßlichkeitdes geliebten Lasters cinsehen? Oder mit anderen Worten: isteine Neue für begangene Sünden möglich, welche die Liebe zuGott als Motiv durchaus ausschließt, und kann wohl eine solcheReue ohne Liebe uns die Liebe und Gnade Gottes und Aussöh-nung mit ihm bewirken? Fürwahr nicht. Darum lehren allekatholische Schriftsteller, denen cs Ernst ist mit der Religion,und die Gott nicht zum Besten haben wollen, daß zur BußeNeue und Liebe gehöre, und theilen diese in zwei Grade, inLiebe, entsprungen aus der Erkcnntniß, daß der Sünder Gott,das höchste Gut, den Unendlichen, beleidigt, daß er die Tugend,das Schönste und Beste, verlassen hat, oder in Liebe aus Dank-barkeit. Alle stimmen überein, daß eine Reue aus bloßer Furchtvor den zeitlichen und ewigen Strafen der Sünde eine Reueohne Werth, ohne Gcnügung, eine knechtische Reue sei.
Aber anders haben cs die Jesuiten gelehrt. Hören wirdarüber die Ehrwürdigen.
1) Tamburin und alle Casuistcn theilen die Reue inOontritio und ^.Itritio. Erstcre ist vollkommene Reue, letz-tere eine unvollkommene. Letztere wird erklärt, als Abscheugegen die Sünde, entweder aus Furcht vor der Hölle, oder ausLiebe zum Himmel, oder aus dem Gefühle der Schändlichkeitder Sünde.') Escobar fügt noch hinzu, irgend einzeitliches Motivs) und Tamburin sagt zur würdigen Be-schließung: Obwohl Einige als Motiv der Aktrilion nicht geltenlassen wollen, Furcht vor dem zeitlichen Uebcl, welches aus derSünde entspringt, wiewohl sie also nicht für gehörige Reue an,nehmen, wenn Jemand die Sünde verabscheut, aus Furcht vorSchande, Kerker und Krankheit u. s. w., weil eine solche Reuenur eine natürliche sei, und nicht hinreiche, eine übernatürlicheGnade zu gewinnen, so ist doch, nach wahrscheinlichster Mei-nung, auch die Reue aus diesem Motive hinreichend, wenn der-
1) l'amkiir. l,. 1. c. l> s. 1. n. 2. p. 5. 2 ) IUvI) 4
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