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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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7) Gültig ist ein Sacramcnt, wenn derjenige, der es em-pfängt, will, was andere Christen empfangen, obwohl er nichtan das Sacramcnt glaubt, oder kein Sacramcnt empfangenwill.')

Das mag gelten von der Ehe und Priesterweihe; aber auchvon der Beichte und dem Abendmahle? Die Jesuiten erlaubeyja jedes Sacrilegium.

ii. Von der Taufe.

Die Lehre und der Ritus der Kirche in Betreff der Taufeist ganz einfach, und man sollte glauben, daß sich kein Punktfände, woran casuistische Malice haften könne. Allein man irrtsich; die frommen Väter haben nicht umhin gekonnt, auch dasSacramcnt der Taufe zu chicaniren, und der Kirche auch hier,wenigstens ein Schnippchen zu schlagen. Man höre:

1) Hebammen kommen oft in den Fall, wo sie eine Noth-taufe verrichten müssen, und daher gehört es nach vernünftigemund christlichem Dafürhalten auch wohl zu den Pflichten dersel-ben, sich die geringe Mühe zu geben, die Taufformel auswen-dig zu lernen, weil davon in nicht wenigen Fällen, wo dieNothtaufe erfordert wird, nach der Lehre der Kirche das Seelen-heil des Neugeborncn abhängt. Aber dennoch behauptet Suarez,der in dem Staube der Casuistik menschliches Gefühl hinabge-schlungen hat, in seiner Lieblosigkeit, daß eine Hebamme dieTaufformel nicht zu wissen brauche, weil cs ganz selten vor-komme, daß im Falle der Noth außer der Hebamme keiner dasei oder erwartet werde (im Nothfalle einen „erwarten!")der die Taufe an dem Kinde vornehme. Escobar züchtigt dentheuren Suarez, der vom Leben Nichts weiß, nach Gebühr,für seine lieblose und unsinnige Behauptung und setzt ihm mitRecht den Fall entgegen, wo ein Mädchen, das insgeheim undin Beisein der Hebamme niederkommt, oft lieber das Kindohne Taufe sterben lassen, als einen Andern außer der Heb-amme zum Taufen herbeirufen wird. °)

') Uusenb. p. 6lt. n. 4. s) Lscab. I, c. Lx. 2« o. 4. n. 20.p. 751.