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Und welcher Wucherer wäre wohl so gottlos und dumm,das Gewucherte unter dem Namen eines unerlaubten Gewinneszu erpressen? Titel und Vorwand sind ihm ganz gleichgültig,wenn das Geld nur in seinen Beutel kommt. Eine solche feineRichtung der Absicht, die den Wucher in seiner Wesenheit beste-hen läßt und ihm nur den häßlichen Namen und die Sündhaf-tigkeit nimmt, hat den Jesuiten und noch mehr ihren Schutz-empfohlenen die trefflichsten Dienste geleistet, und sic entscheidenmit Hülfe derselben eine Menge der interessantesten Casus.
Escobar sagt: Wucher ist nichts Anderes, als wenn man dieAbsicht hat, von geliehenem Gclde Gewinn, als eine Schuldigkeit,zu ziehen; ihn aber als einen Beweis des Wohlwollens undder Dankbarkeit des Leihenden zu nehmen, ist kein Wucher. Fer-ner ist cs nicht erlaubt, von einem Darlehen unmittelbar einenGewinn zu erzielen; aber es zu thun durch Vermittelung desWohlwollens und der Dankbarkeit des Leihenden ist kein Wu-cher. o>)
5) Weiter fragt unser ehrlicher Vater: „Der Leihende be-willigt dem Wucherer einen Gewinn, wozu ihn dieser angetrie-ben hat, zum Lohne für den durch das Anleihen zu hoffendenGewinn: ist das Wucher? Antwort: Ich gestehe mit Filliuc-cius, daß die Sache gefährlich sei. Wenn jedoch der Auslei-her den Gewinn bloß von der Freigebigkeit des Leihenden er-zielte, so wäre es kein Wucher Welche Spitzfindigkeit!
6) Anton leihet dem Peter mit der Bedingung, ihm sogleicheine Pfründe zu geben, nicht als Preis des Anleihens, sondernaus Dankbarkeit: Ist das Wucher? Nein, nach Sa las."
7) Ist cs Wucher, für das Darlehen etwas haben zuwollen, nicht zwar nach Schuldigkeit, sondern aus Freund-schaft und Dankbarkeit? Nein; wenn man den Gewinn nichterwartet, weil man geliehen hat und aus gesetzlicher Verbind-lichkeit. Daher ist cs kein Wucher, wenn man für ein Darlehenein Geschenk erwartet von der Dankbarkeit des Anleihendcn,und dasselbe aus dieser Verbindlichkeit einfordert."
Ol) tlscod. I. c. I>. Z. 4, ii'NI 7.1
3S3. N) illicl. I,