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babilitätssystcme unterworfen und den Weg gezeigt, sie sämmt-lich, auch wenn sie vom Papste ausgcgangen sind, zu verachten.So sagt Escobar, nach Castro-Palao, ein Untergebener,z. B. ein Mönch brauche den Befehlen seines Obern nicht zugehorchen, wenn er nach einer probabeln Meinung glaube, dasGebot sei ungerecht, oder überschreite die Vollmacht des Obern,weil es einem jeden frei stehe, seiner probabeln Meinung zufolgen. 2°)
Diana dehnt dieß auch auf die Päpste aus. Bei Gelegenhcit, wo er von einer Verordnung dreier Päpste spricht, sagter ganz unumwunden: Diese Verordnung obiger drei Päpste istzwar meiner Meinung zuwider. Aber was das Ansehen derPäpste betrifft, so muß man sagen, die Päpste haben hier ent-schieden, indem sie der bejahenden Meinung zugethan waren, dieauch wir für probabel halten; aber daraus folgt doch-noch nicht,daß nicht auch die verneinende Meinung sicher sei. In ebendiesem Lractate behauptet er noch eine andere Meinung gegeneine päpstliche und sagt bei dieser Gelegenheit: „Mag der Papstdieses als Oberhaupt der Kirche gesagt haben; aber er hat csnur innerhalb der Sphäre seiner Wahrscheinlichkeit gesagt."
Was vermochten selbst die Statthalter Christi gegen diesenRiesen der Probabilität, dem nirgends eine Wunde beizubringen,weil er sich nie eine Blöße gab?
D u s o l l ft n i ch t t ö d t e n.
Die jesuitische Lehre vom Morde.
Das fünfte Gebot hat den Casuisten sehr viel zu schaffengemacht; es ist zu klar und ausdrücklich und cs gehörte derfast übermenschliche Scharfsinn der ehrwürdigen Väter dazu, umdie Bande, womit es verpflichtet, zu lösen. Aber das Werk istihnen vermöge ihrer oben dargelegten Kunstgriffe trefflich gelun-gen und sie haben sich dadurch ein unsterbliches Verdienst umihre Zeit erworben, in welcher der Mord in Italien zu einem
so) Lscodur. 29. II. 31. 81) Oi.iiiL. k. 5. I'racl. 13 Nes. 39,
W) il,i3. kes. 65.