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nicht aus besonderen eigenen Gründen den Bortheil eines Drit-ten berücksichtigen, dem nach der entgegengesetzten Meinung einErsatz zu leisten gewesen wäre, sondern er hat einzig und alleindas Wohl seines Beichtkindes im Auge zu behalten; und da indiesem Fall der Beichtende nicht sündigt, vorausgesetzt nämlich,daß er keiner verwerflichen Meinung folge, so soll er ihm auchdie Absolution nicht verweigern.
Ich für meinen Theil trete den Ansichten des Angelus,des Navarra und des Sotus bei, welche geradezu und ohnealle Unterscheidung erklären, daß jeder Beichtiger, der ordentlichewie der außerordentliche, gegen seine eigene Denkweise einen Beich-tenden absolviren kann, der einer obschon minder anerkanntenund richtigen Meinung folgt, ob sie nun einem Dritten prä-judicirlich ist oder nicht ... Indessen fügt Sotus noch bei,daß ein ordentlicher Beichtvater ein solches Beichtkind nicht alleinabsolviren kann, sondern es muß; und ich halte dieß für so rich-tig, daß ein Beichtiger seinem Bcichtkinde nicht allein die Abso-lution nicht vorcnthaltcn kann, wenn er seine Beichte einmalgehört hat, daß der Beichtiger sogar selbst, so der Beichtende csfordert, dessen Beichte hören und ihm die Absolution gebenmuß.... Ich für meinen Theil glaube, daß es einem außer-ordentlichen Beichtiger sogar zur Sünde anzurechnen ist, wenner nach Anhörung eines Beichtenden, der eine der seinigcn ent-gegengesetzte Meinung hegt, denselben nicht absolviren will, dener sonst wohl hätte absolviren können.
9) Stephan Fagundcz. Es würde wahrlich die Ge-wissen unerträglich drücken und einer Menge von Gewisscns-zweifeln die Thüre öffnen, wenn wir immer die richtigste Mei-nung überall aufsuchen und befolgen müßten. Deßhalb könnengelehrte, einsichtsvolle Männer und kluge Beichtiger ihre eigenenAnsichten, so die richtigsten gewesen wären, völlig beseitigen,die Gewissen der Beichtenden den Meinungen derselben, welchediese als richtig erkennen, gemäß leiten, wie sich denn hierüberebenso stark als umständlich Sancius, Vasquez, Azor,Salas .... aussprechen.
a?) Oe ^niece^t. üccl. 2. s>raec. O. 3. c. 4. 9. 3.