Erster Abschnitt.
Allgemeine. Grundsätze der Jesuitischen Moral.
Der Deka log nach den Jesuiten.
Erstes Kapitel.
Der Jesuitische Probabilismus, die -!iii;;«,
und die rostrioti« lULietuIis.
^ie Jesuiten haben in die Moral den Probabilismus cinge-slihrt und dadurch unsägliches Verderben angerichtet. Die Sittenihrer Zeit bedurften vielmehr der Strenge evangelischer Vor-schriften, als der Laxität jenes Systems, das zum Bösen offen-bar noch mehr reizen mußte. Aber der Probabilismus der Ge-sellschaft, statt die Sitten zur Reinheit, welche die evangelischeMoral verlangt, zu erheben, ließ sich zu ihnen herab. Die Mo-ral der Gesellschaft ging aus den Sitten der Zeit hervor, stattdaß umgekehrt die Sitten der Zeit aus der evangelischen Moralhätten hervorgchen müssen; sie wirkte wieder, die Unsitte der Zeitzu erhalten und, weil, wie im Guten, so auch im Bösen keinStillstand ist, sie noch mehr zu verschlechtern. Hierin beurtheil-ten die Jesuiten die Menschen ganz richtig. Da sie sahen, daßdas Gesetz Gottes denselben eine unerträgliche Bürde sei, sowaren sie bedacht, es ihnen leichter zu machen, oder ganz abzu-nehmen; sie erfanden zu diesem Zwecke die Lehre, wie man Got-tes Gesetz übertreten könne, ohne ihn selbst wirklich zu beleidigen
1 *