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Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten
Entstehung
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106
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Wahres hat, gründet sich unmittelbar aufsein Gefühl; und seine Kenntniß hat daherden Fehler aller auf bloßes unentwickeltes Gc-fühl gegründeten Kenntniß, daß sie theils un-sicher ist, weil man sich über sein Gefühl nichtvollständige Rechenschaft ablegen kann; theilödas Wahre mit dem Unwahren ver-mischt, weil ein auf ein unentwickeltes Gefühlgegründetes Unheil immer als gleichbedeutendaufstellt, was doch nicht gleichbedeutend ist. Nem-lich das Gefühl irrt nie, aber die Urtheils-kraft irrt, indem sie das Gefühl unrichtigdeutet und ein gemischtes Gefühl für ein rei-nes aufnimmt. -- Von den unentwickeltenGefühlen aus , die Roussea u seinen Reflexio-nen zu Grunde legt, folgert er stets richtig;einmal in der Region dcS Vcrnunstschlusscs an-gelangt ist er mit sich selbst einig und reißt dar-um die Leser, die mit ihm denken können, sounwiderstehlich fort. Hatte er auch auf demWege der Folgerung dem Gefühle einen Ein-fluß »erstatten können, so würde dasselbe ihnauf den richtigen Weg zurückgebracht haben,

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