Alle Vernunftgesetze sind in dein Wesenunsres Geistes begründet; aber erst durch eineErfahrung, auf welche sie anwendbar sind, ge-langen sie zum empirischen Bewußtseyn, und jeöfter der Fall ihrer Anwendung eintritt, destoinniger verweben sie sich mit diesem Bcwußt-seyn. So verhält cS sich mit allen Vcr^»unftgcsetzen; — so verhält cö sich insbeson-dere auch mit den praktischen — die nicht auf«in bloßes Urtheil, wie die theoretischen,sondern die aufeine Wirksamkeit ausser uns aus-gehen, und sich dem Bewußtseyn unter derGestalt von Trieben ankündigen. — DieGrundlage zu allen Trieben liegt in unsermWesen; aber weiter auch nichts als eine Grund-lage. Zeder Trieb muß durch die Erfahrunggewebt werden, wenn er zum Bewußtseyngelangen; und durch häusige Ersahrungen vondergleichen Art entw icke lt werden , wenner zur Neigung — und die Befriedigungdesselben zum Bedürfnisse werden sossDie Erfahrung aber hängt nicht von unsselbst ab, umhin auch nicht das Erwa-chen.
Druckschrift
Einige Vorlesungen über die Bestimmung des Gelehrten
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten