Druckschrift 
Faust : eine Tragödie ; Theil 2 ;
(Vollendet im Sommer 1831)
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

Faust

(herantretend, einen Gefesselten zur Seite).Statt feierlichsten Grußes, wie sich ziemte.

Statt ehrfurchtsvollem Willkomm bring' ich dirIn Ketten hartgcschlossen solche» Knecht,Der, Psticht verfehlend, mir die Pflicht entwand.Hier knice nieder! dieser höchsten FrauBckcnntniß abzulegen deiner Schuld.

Dieß ist, erhabne Herrscherin, der MannMit seltnem Augcnblitz vom hohen ThurmUmherzuschaun bestellt, dort HimmclsraumUnd Erdenbrcite scharf zu übcrspähn.

Was etwa da und dort sich melden mag.Vom Hügelkreis in's Thal zur festen BurgSich regen mag, der Heerde» Woge sey's.Ein Heereszug vielleicht; wir schlitzen jene.Begegnen diesem. Heute, welch Versäumnis!Du kommst heran, er meldet's nicht, verfehltIst ehrenvollster schuldigster EmpfangSo hohen Gastes. Freventlich verwirktDas Leben hat er, läge schon im BlutVerdienten Todes; doch nur du alleinBestrafst, begnadigst, wie dir's wohl gefällt,

Helena.

So hohe Würde wie du sie vergönnst.Als Richtcrin, als Herrscherin, und war'sVersuchend nur, wie ich vcrmuthen darf.

So üb' ich nun des Richters erste PflichtBeschuldigte zu hören, Rebe den»!