554 XI. Abschnitt.
Allein so groß auch diese Ähnlichkeiten fern mögen,so bin ich doch nichts weniger als geneigt zu glau-ben, daß hieraus schon eine ganzliche Identitätbeider Materien erhelle. Es könnte dieses eineallgemeine Wirkungsart mehrerer elastischer Flüs-sigkeiten se»n. Denn daß man durch elektrischeSchläge die Pole der Nadeln umgedreht hat, undbemerkt haben will, daß das mit dem >i< n desgcladnen Körpers vcrbundne Ende jederzeit dasnördliche geworden scy, ist, dünkt mich, noch nichtvöllig erwiesen, ja durch die neuesten Versuche desHr v. UIa> um die er in dem oben (§. zoo). an-geführten Werk beschreibt, so gut als widerlegt.Indessen ist die Ähnlichkeit groß genug, den Phy-siker bcy seinen Versuchen zu leiten, um sowohlwas man bcym Magneten Neues entdeckt, deyelektrischen Körpern nach der Analogie zu versuchenals umgekehrt. Nur ein Beyspiel zu geben, wärees nach der oben (§. g6>.) von Hrn. Fusi ent-deckten Eigenschaft des Magneten vielleicht derMühe werth zu versuchen, od Flaschen die manerst posiriv und, ohne sie loszuschlagen, durch anegarw ladet und das mehrere Male hintereinander, endlich nicht eine stärkere Ladung an-nehmen. Der llnähnlichkeiten beider Materiensind ebenfalls sehr viele, nur einige anzuführen:der Magnet behält seine Eigenschaft Jahrhundertelang, der elektrisirte nur kurze Zeit (doch dergeladene und mit Vorsicht dewahrte viel länger).Die Elektricitat wirkt auf irgend eine Weis? aufolle Körper, der Magnet nur auf Eisen; die Elek-tricitat wird durch Nässe zerstört, der Magnetis-mus nicht (doch auch die Electricität zuweilensehr schwer, wie beym geriebenen Siegellack, undwie steckt sie im Gvmnorus clekrv ?). Man kanndem Magneten Elektrieität mittheilcn, ohne daßbeide Kräfte einander störten, aber d-r KleistischenFlasche oder dem Turmalin keine Polarität. (VomTurmalin darf man denn doch nicht so geradezureden; daß er vom Magneten gezogen wird, hatHr. Nruginauiis gezeigt. Da von diesem zurPolarität nur ein Schritt weiter ist, so könntedieses vielleicht g»ch einst mit dem Turmalin
glucken.)