Druckschrift 
Anfangsgründe der Naturlehre
Entstehung
Seite
448
Einzelbild herunterladen
 

448 IX. Abschnitt.

ratur, zum Theil aber wird sie auch vom Blute, dem ar-teriellen verschluckt, dessen Capacität dadurch vermehrtwird, dieses indem es durch die Adern des Körpers läuft,nimmt wiederum brennbares auf, und weil seine Capaci-tät dadurch vermindert wird, setzt es Wärme ab, unddadurch entsteht alsv noch neue Wärme, selbst außerhalbdes Hauptsitzcs des Wärme - Quells, der Lunge, u. s, w.Gegen diese Erklärung wird mit Recht eingewendet, daßbey den reinsten phlogistischen Processen, bey dem Ver-brennen des Phosphors, des Schwefels in dephlog Luft,deym Verkalchen vieler Metalle, bey ihrer Zersetzungdurch Salveter-Luft w. nie fixe Luft entstehe. Dieses ha-ben Hr. Lauendish, Hr. Lavoister und Hr. Gren außerollem Zweifel gesetzt. Da, wo sie entsteht, wird sie weitnatürlicher ganz oder doch ein Haupt-Grundstoff von ihr,in dem brennenden Körper gesucht, aus welchem sie sichwährend des ProcesseS entwickelt. Auch ist die Entstehungdes Wasserdampfs aus dephlog. Luft hierbei) wenigstens ver-dächtig, da, wenn Wasser bey diesem Proceß entsteht, derQuell davon viel einfacher und leichter in dem breiinenbcitKörper selbst gesucht wird. Also auf diesem Wege kömmtHr. L. nicht aus. Er wurde ihn nicht einmahl betretenhaben, wenn ihm die Versuche der eben genannten Män-ner bekannt, oder seinem Geiste gegenwärtig gewesenwären, und sein edler Charactcr läßt vermuthen, daß erihn verlassen wird, so bald sie ihm bekannt, oder in Er-innerung gebracht werden. Allein es ist in dem Haupt-fundament seiner Lehre doch so viel Großes und Wahres,daß sich immer das beste davon jeder Erweiterung unsererErkenntnis! hierin wird anpassen lassen, so wie auch schonzum Tkeil die Abänderungen in seiner neuen Ausgabe,solche Anpassungen sind. Genug daß beym Verbrennenreine Lust verschwindet. Was auch aus ihr gewordenseyn mag, so ist wohl so viel gewiß, daß sie als solchenirgends mehr zu finden ist, ihre Bestandtheile find ge-trennt worden, der mit ihr verbundene Wärmestoff istfrey geworden, der latente sowohl als chemisch gebun-dene, und da beym Verbrennen des Phosphors, desSchwefels, dem Verkalchen der Metalle u s. w., derponderable Theil des Residuums an Gewicht zugenom-men hat, und zwar nach einigen Versuchen um so vielals die Lust verloren hat, so ist es nicht unwahrschein-lich daß sich der andere zum festen oder tropfbare» Kör-per