Vom Lichte. 315
§. 363.
So wären also die Faiben für das Auge das,was die Töne für das Ohr find; die violeke Farbewäre gleichsam der tiefere Ton, die roihe der hö-here (oder vielleicht umgekehrt); das Weiße wäredas für dag Auge, was ein undeutliches Ge-räusche und ein Gemisch von allen Tönen für dasOhr ist. Aber ich wenigstens muß gesteben,baß ich mir die mehrcrn Octaven von Far-ben nicht gedenken kann, von denen Hr. Eulerredet; mir scheint vielmehr die Reihe von Far-ben, von der rorhen an bis zur viole en, diesammt den Veränderungen, die der Ansah desSchwarzen darin verursacht, wovon hernachweiter geredet werden wird, und zugleich mitden Accorden die sich daraus zusammen setzenlasten, der Inbegriff aller für uns empfindba-ren Farben zu seyn.
Man bat auch eine Farbenmiisik erfunden, wobey dasAuge durch eben eine solche Mannichfaltigkeit vonFarben ergötzt werden sollte, wie das Ohr bey einerMuflk durch die Maunichfaltigkeit der Töne; siehat aber ihr Glück nicht machen können.
(S. Mcndelsohns Briefe über die Empfindungen 2teeBrief und die Note dazu. Ferner Rrügers Ab-handl. dlilc, IZ-rMin 17 VII. s>, Z45, Heydcnreich'sSystem der Aesthetik i Band. Leipzig 1792, 6teBetrachtung, st,.)
§- 36?.
Wenn von den sieben einfachen Arten vonjicht das eine brechbarer ist als das andere,so'muß es für eine jede derselben auch eine
eigene