20
und zu überwachen. Die Ausführung der Versuche selbst wurde von der Kammer dem Fabri-kanten Gamot übertragen und demselben ein jährliches Gehalt von äWv Frcs. ausgesetzt.
Die Versuche dauerten von Anfang November 1838 bis Mitte November 1839. Es wurdegleich Anfangs festgesetzt, daß dem absoluten Gewichte der Seide 10 pEt. für Feuchtigkeit soll-ten zugesetzt werden, um das Conditions- oder Handels-Gewicht der Seide zu erhalten. Esscheint, als ob sich d'Arcet über das Verfahren und den Apparat zum absoluten Austrocknenunbedingt günstig ausgesprochen habe; beides blieb unverändert. Nur ließ die Kommisston, alsdas Conditioniren sich vermehrte, einen großem Apparat anfertigen. Auch wurde später dieTalabo t'sche Skalenwage verworfen und dafür eine gewöhnliche Wage in Gebrauch genommen,lieber den Talabot'sehen Aeguilibrir-Apparat muß wohl d'Arcet ein mit dem meinigen über-einstimmendes Verwerfungs - Urtheil ausgesprochen haben. Der frühere Aeguilibrir-Apparatwurde gar nicht mehr zur Anwendung gebracht, dagegen wurden drei neue Apparate in ihrenWirkungen der Untersuchung unterworfen. Der erste dieser Apparate (No. I.) wurde vonTalabot selbst in Vorschlag gebracht. Er besteht aus einem um eine horizontal liegendeWelle gebauten Drahtnetz - (Minder von 6^ Durchmesser und 3^ 2z" Länge. In diesemCylinder liegt concentrisch ein zweiter Drahtnetz-Cylinder; die Wände beider Cylinder stehen7Z" von einander ab nnd der Raum zwischen beiden ist in der Runde in 12 Fächer abge-grenzt. In diese Drathnetz-Fächer wird die Seide gebracht, und zwar zwischen zwei Drathnetz-Rahmen gepackt, damit ste bei der Umdrehung des Rades nicht beschädigt wird. Der Cylindersteht in einem Kasten von Zink, um die Einwirkung der äußern Luft abzusperren. Der Kastenhat drei Oeffnungen. Durch die untere Oeffnung tritt die erwärmte Luft ein, durch die obereOeffnung tritt ste wieder aus; die dritte größere Oeffnung dient als Thür zum Ein- und Aus-bringen der Seide. Der Cylinder wird beim Aeguilibriren in Umdrehung gesetzt. — Der zweiteAeguilibrir-Apparat (No. II.) wurde von d'Arcet in Vorschlag gebracht. Derselbe hat mitden in der öffentlichen Conditio» bisher gebräuchlichen Schränken viele Aehnlichkeit. Ein heißerLuftstrom soll denselben entweder von unten nach oben, oder von oben nach unten durchströ-men. Es wurde ein solcher Apparat nach den Zeichnungen und Vorschriften des Erfindersin Lyon ausgeführt. — Der dritte Aeguilibrir-Apparat (No. III.) kommt in allen wesentli-chen Stücken mit dem von mir in Vorschlag gebrachten Rade überein. Es wird gesagt, manhabe die Idee dazu von dem neuen Systeme der Magnanerie, dessen Erfindung man Levassenrverdankt, entlehnt.
Der Apparat No. I. theilt darin die UnVollkommenheit des frühern Aeguilibrir-Appa-rats, daß eine Dnrchströmung von warmer Luft durch den Apparat angewendet wird. Auchbei der Umdrehung des Cylinders wird die scharfe Austrocknung des Luftstroms einen Theil derSeide stärker treffen, als einen andern, und dadurch Ungleichheiten hervorbringen. Dieseszeigte sich auch in den Resultaten der Versuche mit diesem Apparate. Nach 6 stündiger Aequi-librirung ergab die absolute Austrocknung die folgenden Marima der Differenzen: