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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
Seite
544
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scharren, mit dem Gedanken sie umzuwerfen! Immer zurück! Vor vierzehnTagen setzte er seine Schaufel an die hundert und fünfzigjährige englischeRevolution, die von 1688. Bald kömmt die Reihe an den älteren Brutus,der die Tarquinicr verjagt, und so wird Herr Jarke endlich zum lieben Gottselbst kommen, der die Unvorsichtigkeit begangen, Adam und Eva zu erschaffen,ehe er noch für einen Konig gesorgt hatte, wodurch sich die Menschheit in denKopf gesetzt, sie könne auch ohne Fürsten bestehen. Herr Jarke sollte abernicht vergessen, daß, sobald er mit Gott fertig geworden, man ihn in Wiennicht mehr braucht. Und dann Adieu Hofrath, Adieu Besoldung. Er wirdwohl den Verstand haben, diese eine Wurzel des Hambach» Festes stehenzu lassen.

Das ist der nämliche Jarke, von dem ich in einem früheren Briese Ihnenetwas mitzutheilcn versprochen, was er über mich geäußert. Nicht über michallein, es betraf auch wohl andere; aber an mich gedachte er gewiß am meistendabei. Im letzten Sommer schrieb er im politischen Wochcnblatte einen Aus-satz: Deutschland und die Revolution. Darin kommt folgende Stelle vor.Ob die artige Bosheit oder die großartige Dummheit mehr zu bewundern sei,ist schwer zu entscheiden.

Die Stelle aus Jarkes Artikel lautet folgendermaßen:

Uebrigens ist es vollkommen richtig, daß jene Grundsätze, wie wir sieoben geschildert, niemals schaffend ins wirkliche Leben treten, daß Deutschlandniemals in eine Republik nach dem Zuschnitte der heutigen Volksverführcrumgewandelt, daß jene Freiheit und Gleichheit selbst durch die Gewalt desSchreckens niemals durchgesetzt werden könne; ja es ist zweifelhaft, ob diefrechsten Führer der schlechten Richtung nicht selbst blos ein grauscnhaftcsSpiel mit Deutschlands höchsten Gütern spielen, ob sie nicht selbst am bestenwissen, daß dieser Weg ohne Rettung zum Verderben führt, und bloS deshalbmit kluger Berechnung das Werk der Verführung treiben, um in einem großenwelthistorischen Akte Rache zu nehmen für den Druck und die Schmach, dendas Volk, dem sie ihren Ursprung nach angehören, Jahrhunderte lang vondem unsrigc» erduldet.""

O, Herr Jarke, daS ist zu arg! Und als Sic dieses schrieben, warenSie noch nicht österreichischer Rath, sondern nichts weiter als das preußischeGcgcntheil wie werden Sic nicht erst rasen, wenn Sie in der wienerStaatskanzlci sitzen? Daß Sie uns die Ruchlosigkeit vorwerfen, wir wolltendas deutsche Volk unglücklich machen, weil es uns selbst unglücklich gemachtdas verzeihen wir dem Criminalisten und seiner schönen Jmputations-Theo-rie. Daß Sie uns die Klugheit zutrauen, unter dem Scheine der Liebe un-sere Feinde zu verderben dafür müssen wir uns bei dem Jesuiten bedanken,der uns dadurch zu loben glaubte. Aber daß Sie uns für so dumm halten.