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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
Seite
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stig wie körperlich in das moderne Gewand zu kleiden, das »ach französischemMaße zugeschnitten. Wie ich bereits zu Anfang dieses Buches gezeigt, vielevon diesen Tcutomancn, um an der allgemeinen Bewegung und den Trium-phen des Zeitgeistes Thcil zu nehmen, drängten sich in nnserc Reihen, in dieReihen der Kämpfer für die Prinzipien der Revolution, und ich zweifle nicht,daß sie muthig mitgcfochten hätten in der gemeinsamen Gefahr. Ich fürchtetekeine Untreue von ihnen während der Schlacht, aber nach dem Siege; ihrealte Natur, die zurückgedrängte Teutschthümelei, wäre wieder hervorgebrochen,sie hätten bald die rohe Masse mit den dunkeln Beschwörnngslicdcrn des Mit-telalters gegen UNS aufgewiegelt, und diese Bcschwörungslicdcr, ein Gemischvon uraltem Aberglauben und dämonischer Erdkräfte, wären stärker gewesenals alle Argumente der Vernunft . . .

Menzel war der erste, der, als die Luft kühler wurde, die altdeutschen Nock-gedankcn wieder vom Nagel herabnahm, und mit Lust wieder in die altenJdecnkreisezurllckturntc. Wahrlich, bei dieser Umwcndung fiel es mir wieein Stein vom Herzen, denn in seiner wahren Gestalt war Wclfgang Menzelweit minder gefährlich als in seiner liberalen Vermummung; ich hätte ihmum den Hals fallen mögen und ihn küssen, als er wieder gegen die Franzoseneiferte und auf Inden schimpfte und wieder für Gott und Vaterland, für dasChristcnthum und deutsche Eichen, in die Schranken trat und erschrecklich bra-marbasirte! Ich gestehe cS, wie wenig Furcht er mir in dieser Gestalt ein-flößte, so sehr ängstigte er mich einige Jahre früher, als er plötzlich für dieJuliusrcvolution und die Franzosen in schwärmerische Begeisterung gcricth,als er für die Rechte der Juden seine pathetischen, großherzigen, lafapettischcnEmanzipationsrcden hielt, als er Ansichten über Welt- und MenschcnschicksalloslicS, worin eine Gottlosigkeit grinste, wie dergleichen kaum bei den ent-schlossensten Materialisten gefunden wird, Ansichten, die kaum jener Thicrewürdig, die sich nähren mit der Frucht der deutschen Eiche. Damals war ergefährlich, damals, ich gestehe es, zitterte ich vor Wolfgang Menzeln!

Börne, in seiner Kurzsichtigkeit, hatte die wahre Natur des letztern nie er-kannt, und da man gegen Renegaten, gegen umgewandelte Gesinnungsgenos-sen weit mehr Unwillen empfindet, als gegen alle Feinde, so loderte sein Zornam grimmigsten gegen Menzel».Was mich anbelangt, der ich fast zu glei-cher Zeit eine Schrift gegen Menzel herausgab, so waren ganz andere Motiveim Spiel. Der Mann hatte mich nie beleidigt, selbst seine rohcste Vcrlästc-rung hat keine verletzbare Stelle in meinem Gcmüthe getroffen. Wer meineSchrift gelesen, wird übrigens daraus ersehen haben, daß hier das Wort we-niger verwunden als reizen sollte, und alles dahinziclte, den Ritter des Dentsch-thnms aufcin ganz anderes, als ei» litcrärischcs Schlachtfeld hcranszufordcr».Menzel hat meiner loyalen Absicht kein Genüge geleistet. Es ist nicht meine