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er die Kanzel der Hauptkirchc, und begrüßte die Neuangekommene als einenHeiland in WcibSklcidern, als eine Frau Erlöserin, die vom Himmel herab-gestiegen, um nnsrc Seelen durch ihren Gesang von der Sünde zu befreien,während die andern Tantatriccn eben so viele Tcufclinncn seien, die uns hin-eintrillern in den Rachen des Satanas. Die Italienerinnen Grisi und Per-stani müssen vor Neid und Acrgcr seht gelb werden wie Canaricnvögel, wäh-rend unsrc Jenny, die schwedische Nachtigall, von einem Triumph zum andernflattert. Ich sage unsre Jenny, denn im Grunde rcpräscntirt die schwedischeNachtigall nicht cxclusive das kleine Schweden, sondern sie rcpräscntirt die ganzegermanische StammcSgcnossenschast, die der Cimbern eben so sehr wie dieder Teutonen, sie ist auch eine Deutsche, eben so gut wie ihre naturwüchsigenund pflanzcnschläfrigcn Schwestern an der Elbe und am Neckar, sie gehörtDeutschland, wie, der Versicherung des Franz Horn gemäß, auch Shakespeareuns angehört, und wie gleicherweise Spinoza, seinem innersten Wesen nachnur ein Deutscher sein kann — und mit Stolz nennen wir Jenny Lind dieUnsre! Juble Uckermark, auch du hast Theil an diesem Ruhme! Springe,Maßmann, deine vaterländisch freudigsten Sprunge, denn unsrc Jennyspricht kein römisches Rothwclsch, sondern gothisch, scandinavisch, das deut-scheste Deutsch, und du kannst sie als Landsmännin begrüßen; nur mußt dudich waschen, che du ihr deine deutsche Hand reichst. Ja, Jenny Lind ist eineDeutsche, schon der Name Lind mahnt an Linden, die grünen Muhmen derdeutschen Eichen, sie hat keine schwarzen Haare wie die welschen Primabonnen,in ihren blauen Augen schwimmt nordisches Gemüth und Mondschein, und inihrer Kehle tönt die reinste Jungfräulichkeit! Das ist es. " blalckenüoockls in bor voios " — das sagten alle vlck sxlnstsrs von London, alle prüdenLadies und frommen Gcntlcmcn sprachen cS augenverdrchcnd nach, die nochlebende inanvalss gnono von Richardso» stimmte ein, und ganz Großbritan-nien feierte in Jenny Lind das singende Magdthum, die gesungene Jungfcr-schaft. Wir wollen es gestehe», dieses ist der Schlüssel der unbegreiflichen,räthselhaft große» Begeisterung, die Jenny Lind in England gefunden und,unter uns gesagt, auch gut auszubeuten weiß. Sie singe nur, hieß es, umdas weltliche Siugcn recht bald wieder aufgeben zn können, nnd verschen mitder nöthigen Ausstcuersumme einen jungen protestantischen Geistlichen, denPastor Swcnske, zu Heirathen, der unterdessen ihrer harre daheim in seinemidyllischen Pfarrhaus hinter Upsala, links um die Ecke. Seitdem freilich willverlauten, als ob der junge Pastör Swcnske nur ein Mythos und der wirk-liche Verlobte der hohen Jungfrau ein alter abgestandener Komödiant derStockholmer Bühne sei — aber das ist gewiß Verleumdung. Der Keusch-heitssinn dieser Drlina Donna inrmaonlata offenbart sich am schönsten inihrem Abscheu vor Paris, dem moderne» Sodom, den sie bei jeder Gelegen-