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dem kranken Kinde, verdienen das höchste Lob. Zur Unterstützung meinesUrthals beruft ich mich auf die Skizze, worin Robert gleichsam seinen erstenGedanken ausgesprochen: hier, in der ursprünglichen Conception, herrscht jeneHarmonie, die dem ausgeführten Bilde fehlt, und wenn man sie mit diesen«vergleicht, «ncrkt man gewiß, wie der Maler seinen Geist lange Zeit gezcrrtund abgcmüdct haben muß, che er das Gemälde in seiner jetzigen Gestalt zuStande brachte.
38.
Paris, den 19. Dcccinbcr 1819.
Wird sich Guizot halten? Heiliger Gott, hier zu Laud hält sich Niemandauf die Länge, alles wackelt, sogar der Obelisk von Luxor! Das ist keineHyperbel, sondern buchstäbliche Wahrheit; schon seit mehren Monaten gehthier die Rede, der Obelisk stehe nicht fest ans seinem Postament, er schwankezuweilen hin und her, und eines frühen Morgens werde er den Leuten, dieeben vorubcrwandeln, auf die Köpfe purzeln. Die Aengstlichcn suchen schonjetzt, wenn ihr Weg sie über die Place-LouiS-Quincc führt, sich etwas ent-fernt zu halten von der fallenden Größe. Die Muthigcn lassen sich freilichnicht in ihrem gewöhnlichen Gange stören, weichen keinen Finger breit, kön-nen aber doch nicht umhin, im Vorübergehen ein Bischen hinauszuschielcn,ob der große Stein wirklich nicht wackclmüthig geworden. Wie dem auch sei,cS ist immer schlimm, wenn das Publicum Zweifel hegt über die Festigkeit derDinge; mit dem Glauben an ihre Dauer schwindet schon ihre beste Stütze.Wird er sich halten? Jedenfalls glaub' ich, daß er sich die nächste Sitzunghindurch halten wird, sowohl der Obelisk als Guizot, der mit jenem eine ge-wisse Nehnlichkeit hat, z. B. die, daß er ebenfalls nicht auf seinem rechtenPlatze steht. Ja, sie stehen beide nicht auf ihrem rechten Platz, sie sind her-ausgerissen aus ihrem Zusammenhang, ungestüm verpflanzt in eine unpas-sende Nachbarschaft. Jener, der Obelisk, stand einst vor den lotosknäufigcnNicscnsäulen am Eingang des Tempels von Luror, welcher wie ein kolossalerSarg aussieht, und die ausgestorbene Weisheit der Vorwclt, getrocknete Kö-nigslcichen, cinbalsamirten Tod enthält. Neben ihm stand ein Zwillings-brudcr von demselben rothcn Granit und derselben pyramidalischcn Gestalt,und che man zu diesen beiden gelangte, schritt man durch zwei Reihen Sphinxe,stumme Näthselthiere, Bestien mit Menschenköpftn, ägyptische Doctrinaire.In der That, solche Umgebung war für den Obelisken weit geeigneter als die,welche ihm auf der Placc-Louis-Quincc zu Theil ward, dem modernsten Platzder Welt, dem Platz, wo eigentlich die moderne Zeit angefangen und von der