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gm Ansichten über die Damastener Vorgänge sind nicht aus Fanatismus gegendie Inden, sondern an§ Haß gegen den Fanatismus selbst hervorgegangen.—Daß über jene Vorgänge keine so bornirtcn Meinungen in Deutschland auf-kommen konnten, zeugt nur von unsrcr größeren Gclährthcit; geschichtlicheKenntnisse sind so sehr im deutschen Volke verbreitet, daß selbst der grimmigsteGroll nicht mehr zu den alten Blutmährchcn greifen darf.
Wie sonderbar die Leichtgläubigkeit bei dem gemeinen Volk in Frankreichmit der größten Skepsis verbunden ist, bemerkte ich vor einige» Abenden aufder Place de la Bourse, wo ein Kerl mit einem großen Fernrohr sich postirthatte und für zwei Sous den Mond zeigte. Er erzählte dabei den umstehen-den Gaffern, wie groß dieser Mond sei, so viele tausend Quadratmcilcn, wiees Berge daraus gebe und Flüsse, wie er so viele tausend Meilen von der Erdeentfernt sei, und dergleichen merkwürdige Dinge mehr, die einen alten Portier,der mit seiner Gattin vorbei ging, unwiderstehlich anreizten, zwei Sous aus-zugeben, um den Mond zu betrachten. Seine thcurc Ehehälfte jedoch wider-setzte sich mit rationalistischem Eifer, und rieth ihm, seine zwei Sous lieber fürTabak auszugeben: das sei alles Aberglaube, was man von dem Mond er-zähle, von seinen Bergen und Flüssen und seiner unmenschlichen Größe, dashabe man erfunden, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu locken.
18.
Granville (Departement de la Manche),den 25. August 184V.
Seit drei Wochen durchstreife ich die Normaudie die Kreuz und die Quer,und über die Stimmung, die sich hier bei Gelegenheit der letzten Ereignissekund gab, kann ich Ihnen aus eigener Beobachtung berichten. Die Gemllthcrwaren durch die kriegerischen Trompetenstöße der französischen Presse schonziemlich aufgeregt, als die Landung des Prinzen Ludwig allen möglichen Be-fürchtungen Spielraum gab. Man ängstigte sich durch die verzwciflungs-vollstcn Hypothesen. Bis auf diese Stunde glauben die Leute hier zu Lande,daß der Prinz auf eine ausgebreitete Verschwörung rechnete, und sein langesVerharren bei der Säule von Boulogne von einem Rcudez-vous zeugte, daSdurch Vcrrath oder Zufall vereitelt ward. Zwei Drittel der zahlreichen eng-lischen Familie», die in Boulogne wohnen, nahmen Reißaus, ergriffen vonpanischer Furcht, als sie in dem geruhsamen Städtchen einige gefährliche Flin-tenschüsse vernahmen, und den Krieg vor ihrer eigenen Thür sahen. DieseFlüchtlinge, um ihre Angst zu rechtfertigen, brachten die entsetzlichsten Gerüchtenach der englischen Küste, und Englands Kalkfclsen wurden noch blässcr vor