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Napoleon, nicht der Held des 13. Brnmaire, nicht der Donnergott des Ehr-geizes, dem ihr die glänzendsten Lcichcnspiele und Denkmale widmen sollt!Nein; es ist der Mann, der das junge Frankreich dem alten Europa gegen-über repräsentirte, dessen Verherrlichung in Frage steht: in seiner Personsiegte das französische Volk, in seiner Person ward es gedemllthigt, in seinerPerson ehrt und feiert es sich selber — das fühlt jeder Franzose, und dcßhalbvergißt man alle Schattenseiten des Verstorbenen und huldigt ihm grmnckmoms, und die Kammer beging einen großen Fehler durch ihre unzeitigeKnickerei. — Die Rede des Herrn v. Lamartine war ein Meisterstück, vollvon perfiden Blumen, deren feines Gift manchen schwachen Kofff betäubte;doch der Mangel an Ehrlichkeit wird spärlich bedeckt von den schönen Worten,und das Ministerium darf sich eher freuen als betrüben, daß seine Feinde ihreantinationalcn Gefühle so ungeschickt vcrrathcn haben.
Paris, den 3. Juni 18-10.
Die Pariser Tagcsblättcr werden, wie überhaupt in der ganzen Welt, auchjenseits des Rheines gelesen, und man pflegt dort der hcimatblichcn Presse,im Vergleich mit der französischen, den Werth derselben überschätzend, allesVerdienst abzusprechen. Es ist wahr, die hiesigen Journale woD^tln vonStellen, die bei unS in Deutschland selbst der nachsichtigste Ccnsor streichenwürde; es ist wahr, die Artikel sind in den französischen Blättern besser ge-schrieben und logischer abgefaßt, als in den deutschen, wo der Verfasser seinepolitische Sprache erst schaffen und durch die Urwälder seiner Ideen sich müh-sam durchkämpfen muß; es ist wahr, der Franzose weiß seine Gedanken besserzu redigiren, und er entkleidet dieselben, vor den Augen des Publicums, biszur deutlichsten Nacktheit, während der deutsche Journalist, weit mehr ausinnerer Blödigkeit als aus Furcht vor dem tödtlichcn Rothstift, seine Gedan-ken mit allen möglichen Schleiern der Unmaßgcblichkcit zu verhüllen sucht;und dennoch, wenn man die französische Presse nicht nach ihrer äußern Er-scheinung bcurthcilt, sondern sie in ihrem Innern, in ihren Burcaur, belauscht,muß man eingestehen, daß sie an einer bcsondern Art von Unfreiheit leidet,die der deutschen Presse ganz fremd und vielleicht verderblicher ist als unseretransrhcnanische Ccnsur. Alsdann muß man auch eingestehen, daß dieKlarheit und Leichtigkeit, womit der Franzose seine Gedanken ordnet und ab-handelt, aus einer dürren Einseitigkeit und mechanischen Beschränkung her-vorgeht, die weit mißlicher ist, als die blühende Coufusion und unbeholfeneUeberflllle des deutschen Journalisten! Hierüber eine kurze Andeutung: