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ronadc großmllthige Frankreich unser natürlicher und wahrhast sicherster Allii»tcr ist, war die Ucdcrzeugung meines ganzen Lebens, und das patriotische Be-diirfniß, meine verblendeten Landslcute über den treulosen Blödsinn dcrFran-zoscnsrcsscr und Rhcinliedbardcn aufzuklären, hat vielleicht meinen Berichtenüber das Ministerium Thiers manchmal, namentlich in Bezug auf die Eng-länder, ein allzuleidenschaftlicheö Colorit erthcilt; aber die Zeit war eine höchstgefährliche, und Schweigen war ein halber Verrath.
Bis zur Katastrophe vom 24. Februar gehen nicht meine Pariser Berichte,aber man sieht schon auf jeder Seite ihre Nothwendigkcit, und sie wird bestän-dig vorausgesagt mit jenem prophetischen Schmerz, den wir in dem alten Hel-dcnlicde finden, wo Trojas Brand nicht den Schluß bildet, aber in jedemVerse gcheimnißvoll knistert. Ich habe nicht das Gewitter, sondern die Wet-terwolken beschrieben, die es in ihrem Schooße trugen und schauerlich düsterheranzogen. Ich berichtete oft und bestimmt über die Dämonen, welche in denuntern Schichten der Gesellschaft lauerten, und aus ihrer Dunkelheit heraus-brechen würden, wenn der rechte Tag gekommen. Diese Ungcthümc, denendie Zukunft gehört, betrachtete man damals nur durch ein Bcrklcincrungsglas,und da sahen sie wirklich aus wie wahnsinnige Flöhe — aber ich zeigte sie inihrer wahren Lebensgröße, und da glichen sie vielmehr den furchtbarsten Kro-kodillcn, welche jemals aus dem Schlamm gestiegen. —
Um die betriebsamen Berichterstattungen zu erheitern, verwob ich sie mitSchilderungen aus dem Gebiete der Kunst und der Wissenschaft, aus denTanzsälen der guten und der schlechten Socictät, und wenn ich unter solchenArabesken manche allzunärrische Virtuoscnfratzc gezeichnet, so geschah es nicht,um irgend einem längst verschollenen Biedermann des Pianofortc oder derMaultrommel ein Herzeleid zuzufügen, sondern um das Bild der Zeit selbstin seinen kleinsten NUancen zu liefern. Ein ehrliches Dagucrreotyp muß eineFliege eben so gut wie das stolzeste Pferd treu wiedergeben, und meine Berichtesind ein daguerreotypisches Geschichtsbuch, worin jeder Tag sich selber abcon-tcrfeite, und durch die Zusammenstellung solcher Bilder hat der ordnende Geistdes Künstlers ein Werk geliefert, worin das Dargestellte seine Treue authen-tisch durch sich selbst documentirt. Mein Buch ist daher zugleich ein Productder Natur und der Kunst, und während eS jetzt vielleicht den populären Be-dürfnissen der Leserwclt genügt, kann cS aus jeden Fall dem späteren Histo-riographcn als eine Gcschichtsquelle dienen, die, wie gesagt, die Bürgschaftihrer Tageswahrheit in sich trägt. Man hat in solcher Beziehung bereitsmeinen „Französischen Zuständen," welche denselben Charakter tragen, diegrößte Anerkennung gezollt, und die französische Ucbersctzung wurde von hi-storienschreibcnden Franzosen vielfach benutzt. Ich erwähne dieses Alles, da-mit ich für mein Werk ein solides Verdienst vindicire, und der Leser um so