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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
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als sie nach fremdem Eigcnthum lüstern ist (sui xrvkusus, allen! nxxotons.)Habsucht nnd Verschwendung sind Geschwister. Der Rotürier, der nichtdurch Hofdienst, Maitresscngunst, süße Rede nnd leichtes Spiel, sonderndurch schwere saure Arbeit seine irdischen Guter zu erwerben pflegt, halt festeran dem Erworbenen.

Indessen, die guten Bürger der Normandie haben die Einsicht gewonnen, daßdie Journale, womit die Karlisten auf die öffentliche Meinung zu wirken suchen,der Sicherheit des Staats und ihrer eignen Besitzthümcr sehr gefährlich seien,nnd sie sind der Meinung, daß man durch dasselbe Mittel, durch die Presse,jene Umtriebe vereiteln müsse. In diesem Sinne hat man unlängst die Esta-fette du Havrc gestiftet, eine sanftmiithige Justemilicu-Zeitung, die der ehr-samen Kaufmannschaft in Havrc sehr viel Geld kostet und woran auch mehrerePariser arbeiten, namentlich Monsieur de Salvandy, ein kleiner, geschmeidiger,wäßrichtcr Geist, in einem langen, steifen, trockenen Körper (Goethe hat ihngelobt). Bis seht ist jenes Journal die einzige Gegenmine, die den Karlistcnin der Normandie gegraben worden; letztere hingegen sind unermüdlich, underrichten überall ihre Zeitschriften, ihre Festungen der Lüge, woran der Frci-hcitSgcist seine Kräfte zersplittern soll, bis Entsatz kommt von- Osten. DieseZeitschriften sind mehr oder minder im Geiste der Gazette de France und derQuotidicnne abgefaßt; letztere werden außerdem aufs thätigste unter das Volkverbreitet. Beide Blätter sind schön und geistreich und anziehend geschrieben,dabei sind sie tief boshaft, perfid, voll nützlicher Belehrung, voll ergötzlicherSchadenfreude, und ihre adeligen Exporteurs, die sie oft gratis austheilen, javielleicht den Lesern manchmal noch Geld dazu geben, finden natürlicherweisegrößeren Absatz als sanftmiithige Jnstcmilicu-Zcitungcn. Ich kann diesebeiden Blätter nicht genug empfehlen, da ich, von einem höhen; Standpunkte,sie durchaus nicht schädlich achte für die Sache der Wahrheit; sie fördern diesevielmehr dadurch, daß sie die Kämpfer, die im Kampfe zuweilen ermüden, zuneuer Thatkraft anstacheln. Jene zwei Journale sind die wahren Repräsen-tanten jener Leute, die, wenn ihre Sache unterliegt, sich an den Personenrächen; es ist ein uraltes Verhältniß, wir treten ihnen auf den Kopf und siestechen uns in die Ferse. Nur muß man zum Lobe der Quotidicnne erwäh-nen, daß sie zwar ebensowohl wie die Gazette eine Schlange ist, daß sie aberihre Böswilligkeit minder verbirgt; daß ihr Erbgroll sich in jedem Worte ver-rälh; daß sie eine Art Klapperschlange ist, die, wenn sie hcrankriccht, mit ihrerKlapper vor sich selber warnt. Die Gazette hat leider keine solche Klapper.Die Gazette spricht zuweilen gegen ihre eigenen Prinzipien, um den Sieg der-selben indirekt zu bewirken; die Quotidicnne, in ihrer Hitze, opfert lieber denSieg, als daß sie sich solcher kalten Selbstverläugnung unterwürfe. Die Ga-zette hat die Ruhe des Jesuitismns, der sich nicht von Mcinnngtwuth vcrwir-