Biel?, die ich ob des Beginns der Feindseligkeiten befragt habe, behaupten,es habe bei dem Pont d'Austcrlitz wegen der Leiche des tobten Helden der blu-tige Hader begonnen, indem ein Thcil der „Patrioten" den Sarg nach demPantheon bringen, ein anderer Thcil ihn weiter nach dem nächsten Dorfe be-gleiten wollte, und die Sergcants de Ville und Munizipalgarden sich derglei-chen Vorhaben widersetzten. So schlug man sich nun mit großer Erbitterung,wie einst vor dem skäischen Tbore um die Leiche des Patroklus. Auf der Placede la Bastillc ist viel Blut geflossen. Um halb sieben Uhr kämpfte man schonan der Porte St. Denis,.wo da§ Volk sich barrikadirte. Mehrere bedeutendePosten wurden genommen; die Nationalgarden, die solche besetzt hatten, wi-derstanden nur schwach, und übergaben ihre Waffen. So bekam das Volkviele Gewehre. Auf der Place Notre Dame des Victoires fand ich großenKampflärm; die „Patrioten" hatten drei Posten an der Bank besetzt. Alsich mich nach den Boulevards wandte, fand ich dort alle Boutiquen geschlossen,wenig Volk, darunter gar wenige Weiber, die doch sonst bei Emcntcn sehrfurchtlos ihre Schaulust befriedigen; es sah Alles sehr ernsthaft aus. Linien -truppen und Kuirassicre zogen hin und her, Ordonnanzen mit besorgten Ge-sichtern sprengten vorüber, in der Ferne Schüsse und Pulvcrdampf. DasWetter war nicht mehr trübe, und gegen Abend sehr günstig. Die Sacheschien für die Regierung sehr gefährlich, als es hieß, die Nationalgardcn hät-ten sich für das Volk erklärt. Der Jrrthum entstand dadurch, daß Viele der„Patrioten" gestern die Uniform der Nationalgardisten trugen, und die Na-tionalgarde wirklich einige Zeit unschlüssig war, welche Partei sie unterstützensollte. Während dieser Nacht haben die Weiber wahrscheinlich ihren Män-nern demonstrirt, daß man nur die Partei unterstützen müsse, die am meistenSicherheit für Leib und Gut gewährt, und dessen gewähre Ludwig Philippviel mehr als die Republikaner, die sehr arm und überhaupt für Handel undGewerbe sehr schädlich seien; die Nationalgarde ist also heute ganz gegen dieRepublikaner; die Sache ist entschieden, tl'est un ovup innncM, sagt dasVolk. Von allen Seiten kommen Linicntruppcn nach Paris. Auf der Placede la Concorde stehen sehr viele geladene Kanonen, ebenfalls auf der andernSeite der Tuillcricn, auf dem Karroussclplatz. Der Bllrgcrkönig ist von Bür-gerkanoncn umringt: oü xout-on etro mioux czu'nu sein de sn tnrnille. ESist jetzt vier Uhr, und es regnet stark. Dieses ist den „Patrioten" sehr un-günstig, die sich großcntheils im Quartier St. Martin barrikadirt haben, undwenig Zuhülfc erhalten. Sic sind von allen Seiten ccrnirt, und ich höre indiesem Augenblick den stärksten Kanonendonner. Ich vernahm, vor zweiStunden hätte das Volk noch viele SicgcShossnnng gehabt, jetzt aber gelte cSnur heroisch zu sterben. Das werden viele. Da ich bei der Porte St. Deniswohne, habe ich die ganze Nacht schlaflos zugebracht; fast ununterbrochen
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