Druckschrift 
6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

171

tcn; wie mir jüngst ein alter Bergmann sagte: xaroegu'ils staiout tons ckesK0MMS8 xourris, frivoles, Saas oroxaaoo et Saas vertn. Beim Umstürzendes Alten waren die Revolutionsmänncr ziemlich einig, als aber etwas Neuesgebaut werden sollte, als das Positivste zur Sprache kam, da erwachten dienatürliche» Antipathien. Der rousseauisch ernste Schwärmer St. Just haßtealsdann den heiteren, geistreiche» Fanfaron Desmoulin. Der sittenreine, un-bestechliche Robespicrrc haßte den sinnlichen, geldbefleckten Danton. Maximi-lian Nobespierre heiligen Andenkens war die Jncarnation Rousseaus; erwar tief religiös, er glaubte au Gott und Unsterblichkeit, er haßte die voltaire-scheu Ncligionsspöttercie», die unwürdigen Possen eines Gobels, die Orgiender Atheisten, und das laxe Treiben der Esprits, und er haßte vielleicht jeden,der witzig war und gern lachte.

Am 19. Thermidor siegte die kurz vorher unterdrückte voltaircsche Parthci;unter dem Direktorium übte sie ihre Reaktionen gegen den Berg; späterhin,während dem Heldcnspicl der Kaiserzcit und während der frommen christlichenComödie der Restauration konnte sie nur in untergeordneten Rollen sich gel-tend machen; aber wir sahen sie doch, bis auf diese Stunde, mehr oder minderthätig, am Staatsrudcr stehen, und zwar rcpräsentirt von dem ehemaligenBischof von Autün, Charles Maurice Tallcyrand. Rousseaus Parthci, un-terdrückt seit jenem unglückseligen Tage des Thermidor, lebt arm, aber geistigund leiblich gesund, in den Faurbourgs St. Antonie und St. Marcea», sielebt in der Gestalt eines Garnier Pagös, eines Cavaignac, und so vieler andernedlen Republikaner, die von Zeit zu Zeit als Blutzeugen auftreten, für dasEvangelium der Freiheit. Ich bin nicht tugendhaft genug, um jemals dieserParthei mich anschließen zu können; ich hasse aber zu sehr das Laster, als daßich sie jemals bekämpfen würde.

Paris, den 5. Juni.

Der Leichenzug von General Lamarque, nn oonvoi ck'vpxosition, wie diePhilippistcn sagen, ist eben von der Madelaine nach dem Bastillcnplatze gezogen;es waren mehr Leidtragende und Zuschauer als bei Casimir Pericrs Begräb-niß. Das Volk zog selbst den Leichenwagen. Besonders auffallend in demZuge waren die fremden Patrioten, deren Nationalfahnen in einer Reihe ge-tragen wurden. Ich bemerkte darunter auch eine Fahne, deren Farben ausSchwarz, Karmosinroth und Gold bestanden. Um ein Uhr fiel ein starkerRegen, der über eine halbe Stunde dauerte; trotzdem blieb eine unabsehbareVolksmenge aus den Boulevards, die Meisten baarhaupt. Als der Zug bisgegen das Variötss-Theater gelangt war, und eben die Kolonne der tricks ckuxsnxls vorüberzog, und mehrere derselben vivo la Usxnbligus riefen, siel es