Druckschrift 
5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

MchwlI M 'den Gedirbttn.

otiz.

Die folgenden zwei Gedichte hat Heine im Schad'schen deutschen Musenalmanach vomJahre 1854 mitgetheilt. Da wir erst jetzt in den Besitz des letzteren kamen, so konnten diebeiden Poesieen nicht unter dieneuesten Gedichte" im vierten Bande eingereiht werden.

Der Verleger.

Das Hohelied.

Des WeibeS Leib ist ein Gedicht,Das Gott der Herr geschriebenJn's große Stammbuch der Natur,Als ihn der Geist getrieben.

Ja, günstig war die Stunde ihm,Der Gott war hochbegeistert;

Er hat den spröden, rebellischen StoffGanz künstlerisch bemeistert.

Fürwahr, der Leib des Weibes istDas Hohelied der Lieder;Gar wunderbare Strophen sindDie schlanken, weißen Glieder.

O, welche göttliche IdeeIst dieser Hals, der blanke,

Worauf sich wiegt der kleine Kopf,Der lockige Hauptgedanke!

Der Brüstchen Rosenknospen sindEpigrammmatisch gefeilet;

Unsäglich entzückend ist die Cäsur,Die streng den Busen theilet.

(404)