— 354 —
ms eouuuis, mg, Keils, tri u'ds xus ArnuÄ okoss," entgegnet der Bösewichtganz laut, und die blamirte Donna verschwindet wie ein Wind.
Aber was ist daran gelegen, wer unter der Maske steckt? Man will sichfreuen, und zur Freude bedarf man nur Menschen. Und Mensch ist manerst recht auf dem Maskenballe, wo die wächserne Larve unsere gewöhnlicheFleischlarve bedeckt, wo das schlichte Du die urgcscllschaftliche Vertraulichkeitherstellt, wo ein alle Ansprüche verhüllender Domino die schönste Gleichheithervorbringt, und wo die schönste Freiheit herrscht — Maskenfreihcit. Fürmich hat eine Redoute immer etwas höchst Ergötzliches. Wenn die Paukendonnern und die Trompeten «schmettern, und liebliche Flöten und Geigen-stimmen lockend dazwischen tönen: dann stürze ich mich, wie ein toller Schwim-mer, in die tosende, buntbelcuchtete Menschcnfluth, und tanze, und renne, undscherze, und necke Jeden, und lache, und schwatze, was mir in den Kopfkömmt. Auf der letzten Rcdoutc war ich besonders freudig, ich hätte auf demKopfe gehen mögen, ein bacchantischer Geist hatte mein ganzes Wesen ergrif-fen, und wär' mein Todfeind mir in den Weg gekommen, ich hätte ihm ge-sagt! Morgen wollen wir uns schießen, aber heute will ich dich recht herzlichabküssen. Die reinste Lustigkeit ist die Liebe, Gott ist die Liebe, Gott ist diereinste Lustigkeit! "lubsdsuu! tu Ks skurmnut! tu Ks i'objet Äs nurö-unms! fe t'nÄors, mn, Keils !" das waren die Worte, die meine Lippenhundertmal unwillkührlich wiederholten. Und allen Leuten druckte ich dieHand, und zog vor allen hübsch den Hut ab; und alle waren auch so höflichgegen mich. Nur ein deutscher Jüngling wurde grob, und schimpfte übermein Nachäffen des welschen Babclthums, und donnerte im urteutonischenBierbaß: „Auf einer Untschen Mummcrci soll der Tcutsche tcutsch sprechen !"O deutscher Jüngling, wie finde ich dich und deine Worte siindlich und läp-pisch in solchen Momenten, wo meine Seele die ganze Welt mit Liebe um-faßt, wo ich Russen und Türken jauchzend umarmen würde, und wo ichweinend hinsinken möchte an die Brudcrbrust des gefesselten Afrikaners! Ichliebe Deutschland und die Deutschen; aber ich liebe nicht minder die Bcwohner des übrigen Theils der Erde, deren Zahl vierzig mal größer ist, als dieder Deutschen. Die Liebe giebt dem Menschen seinen Werth. Gott lob!ich bin also vierzig mal mehr Werth als Jene, die sich nicht aus dem Sumpftder Nationalselbstsucht hervorwinden können, und die nur Deutschland undDeutsche lieben.