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Shibolcth. Aber siegt einst Satan, der sündhafte Pantheismus, vor welchemuns sowohl alle Heiligen des alten und des neuen Testaments als auch desCorans bewahren mögen, so zieht sich über die Häupter der armen Juden einVerfolgungögewittcr, das ihre früheren Erduldungen noch weit überbietenwird. . .
Trotz dem, daß ich in der Synagoge von Venedig nach allen Seiten um-herspähete, konnte ich das Antlitz des Shylok's nirgens erblicken. Und dochwar es mir, als halte er sich dort verborgen, unter irgend einem jener weißenTalare, inbrünstiger betend als seine übrigen Glaubensgenossen, mit stür-mischer Wildheit, ja mit Raserei hinaufbetend zum Throne Jchovas, des har-ten Gottkönigs! Ich sah ihn nicht. Aber gegen Abend, wo, nach dem Glau-ben der Juden, die Pforten des Himmels geschlossen werden und kein Gebetmehr Einlaß erhält, hörte ich eine Stimme, worin Thränc» rieselten, wie sienie mit den Augen geweint werden ... Es war ein Schluchzen, das einenStein in Mitleid zu rühren vermochte ... Es waren Schmcrzlautc, wie sienur aus einer Brust kommen konnten, die all das Martyrthum, welches einganzes gequältes Volk seit achtzehn Jrhrhundcrtcn ertragen hat, in sich ver-schlossen hielt ... Es war das Röcheln einer Seele, welche todtmüde nieder-sinkt vor den Himmclspfortcn . . . Und diese Stimme schien mir wohlbekannt,und mir war, als hätte ich sie einst gehört, wie sie eben so verzweiflungsvolljammerte: ,,Jcss!ka, mein Kind!"