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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
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Doch diese Rede ward am Ende so näselnd und weinerlich wispernd, daß ichwenig mehr davon verstehen konnte; nur mitunter hörte ich die Worte; Hütemich vor Kahen und Mausefallen, gicb mir mein täglich Brosämchcn,ich liebe Euch In Ewigkeit Amen.

Durch Mittheilung dieses Traumes möchte ich meine Ansicht über die ver-schiedenen philosophischen Standpunkte von woauS man die Weltgeschichte zubcurtheilen pflegt, meine Gedanken vcrrathcn, zugleich andeutend, warum ichdiese leichten Blätter mit keiner eigentlichen Philosophie der englischen Ge-schichte befrachte.

Ich will ja überhaupt die dramatischen Gedichte, worin Shakespeare diegroßen Begebenheiten der englischen Historie verherrlicht hat, nicht dogmatischerläutern, sondern nur die Bildnisse der Frauen, die aus jenen Dichtungenhcrvorblühen, mit einigen Wortarabesken verzieren. Da in diesen englischenGeschichtsdramen die Frauen nichts weniger als die Hauptrollen spielen, undder Dichter sie nie auftreten läßt, um, wie in andern Stücken, weibliche Ge-stalten und Charaktere zu schildern, sondern vielmehr, weil die darzustellendeHistorie ihre Einmischung erforderte: so werde ich auch desto kärglicher vonihnen reden.

Constanze beginnt den Reihen, und zwar mit schmerzlichen Gcberde». Wiedie Nuter äolorosu trägt sie ihr Kind auf dem Arme. . .

Das arme Kind, durch welches alles gebüßt wirdWas die Seinigcn verschuldet.

Auf der Berliner Bühne sah ich einst diese trauernde Königin ganz vor-trefflich dargestellt von der ehemaligen Madame Stich. Minder brilliant wardie gute Maria Luise, welche zur Zeit der Invasion auf dem französischenHoftheatcr die Königin Constanze spielte. Indessen kläglich über alle Maaßcnzeigte sich in dieser Rolle eine gewisse Madame Caroline, welche sich voreinigen Jahren in der Provinz, besonders in der Vcndse, herumtrieb; esfehlte ihr nicht an Talent und Passion, aber sie hatte einen zu dicken Bauch,was einer Schauspielerin immer schadet, wenn sie heroische Königswittwcntragiren soll.

Lady P e v c y.

(Hclnrtch IV )

Ich träumte mir ihr Gesicht und überhaupt ihre Gestalt minder vollfleischigals sie hier konterfeit ist. Vielleicht aber kontrastiren die scharfen Züge unddie schlanke Taille, die man in ihren Worten wahrnimmt, und welche ihre