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einst auch von dem armen Napoleon behaupten, daß nicht er selber, sondernGott weiß wer ? vielleicht gar Herr Sebastiani, die Schlachten von Marengo,Anstcrlitz und Jena gewonnen habe.
Große Männer wirken nicht bloß durch Thatcn, sondern auch durch ihrpersönliches Leben. In dieser Beziehung muß man Herrn Cousin ganz un-bedingt loben. Hier erscheint er in seiner tadellosesten Herrlichkeit. Er wirktedurch sein eignes Beispiel zur Zerstörung eines Vorurthcils, welches vielleichtbis jetzt die meisten seiner Landsleute davon abgehalten hat, sich dem Studiumder Philosophie, der wichtigsten aller Bestrebungen, ganz hinzugeben. Hierzu Lande herrschte nemlich die Meinung, daß man durch das Studium derPhilosophie für das praktische Leben untauglich werde, daß man durch meta-physische Spekulationen den Sinn für industrielle Spekulationen verliere, unddaß man, allem Aemterglanz entsagend, in naiver Armuth, und zurückgezogenvon allen Jntriguen leben müsse, wenn man ein großer Philosoph werden wolle.Diesen Wahn, der so viele Franzosen von dem Gebiete des Abstrakten fernhielt,hat nun Herr Cousin glücklich zerstört, und durch sein eignes Beispiel hat ergezeigt: daß man ein unsterblicher Philosoph und zu gleicher Zeit ein lebens-länglicher Pair-de-France werden kann.
Freilich einige Voltairianer erklären dieses Phänomen aus dem einfachenUmstände: daß von jenen zwei Eigenschaften des Herrn Cousin nur die letzterekonstatirt sei. Giebt es eine lieblosere, unchristlichere Erklärung? Nur einVoltairianer ist dergleichen Frivolität fähig!
Welcher große Mann ist aber jemals der Persifslage seiner Zeitgenossenentgangen? Haben die Athener mit ihren attischen Epigrammen den großenAlexander verschont? Haben die Römer nicht Spottlieder auf Cäsar gesun-gen? Haben die Berliner nicht Pasquille gegen Friedrich den Großen gedich-tet? Herrn Cousin trifft dasselbe Schicksal, welches schon Alexander, Cäsarund Friedrich getroffen, und noch viele andere große Männer, mitten in Paris,treffen wird. Je größer der Mann, desto leichter trifft ihn der Pfeil des Spot-tes. Zwerge sind schon schwerer zu treffen.
Die Masse aber, das Volk, liebt nicht den Spott. Das Volk, wie dasGenie, wie die Liebe, wie der Wald, wie das Meer, ist von ernsthafter Natur,es ist abgeneigt jedem boshaften Salonwitz, und große Erscheinungen erklärtes in tiefsinnig mystischer Weise. Alle seine Auslegungen tragen einen poe-tischen, wunderbaren, legendenhaften Charakter. So z. B. Paganinis er-staunliches Violinspicl sucht das Volk dadurch zu erklären, daß dieser Musikeraus Eifersucht seine Geliebte ermordet, deßhalb lange Jahre im Gefängnissezugebracht, dort zur einzigen Erheiterung nur eine Violine besessen, und, in-dem er sich Tag und Nacht darauf übte, endlich die höchste Meisterschaft aufdiesem Instrumente erlangt habe. Die philosophische Virtuosität des Herrn