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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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haben, so tragen sie große Sorge, daß unter den Grundstein einige Geldstücke,eine Kapsel mit allerlei Münzen, gelegt werden.

Ja, wie im Mittelalter Alles, die einzelnen Bauwerke eben so wie dasganze Staats- und Kirchcngedäudc, auf dem Glauben an Blut beruhte, soberuhen alle unsere heutigen Jnstituzioncn auf dem Glauben an Geld, aufwirklichem Geld. Jenes war Aberglauben, doch dieses ist der baare Egois-mus. Ersteren zerstörte die Vernunft, letzteren wird das Gefühl zerstören.Die Grundlage der menschlichen Gesellschaft wird einst eine bessere sein, undalle großen Herzen Europas sind schmerzhaft beschäftigt, diese neue bessereBasis zu entdecken.

Vielleicht war es der Mißmuth ob dem jetzigen Geldglaubcn, der Wider-wille gegen den Egoismus/ den sie überall hcrvorgrinsen sahen, was inDeutschland einige Dichter von der romantischen Schule, die es ehrlich mein-ten, zuerst bewogen hatte, aus der Gegenwart in die Vergangenheit zurllck-zuflüchtcn und die Rcstaurazion des Mittelalters zu befördern. Dieses magnamentlich bei denjenigen der Fall sein, die nicht die eigentliche Cotcric bildeten.Zu dieser letztem gehörten die Schriftsteller die ich im zweiten Buche besondersabgehandelt, nachdem ich im ersten Buche die Romantische Schule im Allge-meinen besprochen. Nur wegen dieser litcrar-historischcn Bedeutung, nichtwegen ihres inneren Werthcs, habe ich von diesen Cotcriegenossen, die inGemeinschaft wirkten, zuerst und ganz umständlich geredet. Man wird michdaher nicht mißverstehen, wenn von Zacharias Werner, von dem Baron dela Motte Fouquö und von Herrn Ludwig Uhland eine spätere und kärglichereMeldung geschieht. Diese drei Schriftsteller verdienten vielmehr, ihrem Werthenach, weit ausführlicher besprochen und gerühmt zu werden. Denn ZachariasWerner war der einzige Dramatiker der Schule, dessen Stücke auf der Bühneaufgeführt und vom Parterre applaudirt wurden. Der Herr Baron de laMotte Fougus war der einzige epische Dichter der Schule, dessen Romane dasganze Publikum ansprachen. Und Herr Ludwig Uhland ist der einzige Lyri-ker der Schule, dessen Lieder in die Herzen der großen Menge gedrungen sindund noch jetzt im Munde der Menschen leben.

In dieser Hinsicht verdienen die erwähnten drei Dichter einen Vorzug vorHerrn Ludwig Tieck, den ich als einen der besten Schriftsteller der Schule ge-priesen habe. Herr Tieck hat ncmlich, obgleich das Theater sein Steckenpferdist und er von Kind auf bis heute sich mit dem Comödiantcnthum und mitden kleinsten Details desselben, beschäftigt hat, doch immer darauf verzichtenmüssen, jemals von der Bühne herab die Menschen zu bewegen, wie cS demZacharias Werner gelungen ist. Herr Tieck hat sich immer ein Hauspublikumhalten müssen, dem er selber seine Stücke vordcklamirtc und auf deren Hände-klatschen ganz sicher zu rechnen war. Während Herr de la Motte FouguS