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unser Interesse in Anspruch nimmt. Ich knnn auch ans eigener Anschauungnur Geringfügiges berichten über das äußere Leben unseres Markus, den ichzu Berlin bald aus den Augen verlor. Wie ich hörte, war er nach Frank-reich gewandert, da er, trotz seines außerordentlichen Wissens und seiner hohenSittlichkeit, dennoch in den Ucbcrblcibscln mittelalterlicher Gesetze ein Hindcr-niß der Beförderung im Vaterlande fand. Seine Eltern waren gestorben,und aus Großmuth hatte er zum Besten seiner hülfsbedürftigcrn Geschwisterauf die Verlassenschaft verzichtet. Etwa fünfzehn Jahre vergingen, und ichhatte lange nichts mehr gehört, weder von Ludwig Marens noch von der Kö-nigin von Saba, weder von Hasselquist noch von den beschnittenen Abyssinie-rinnen, da trat mir eines Tages der kleine Mann hier zu Paris wieder ent-gegen, und er erzählte mir, daß er unterdessen Professor in Dijon gewesen,jetzt aber einer minsteriellen Unbill wegen die Professur ausgegeben habe, undhier bleiben wolle, um die Hiilfsquellcn der Bibliothek für sein großes Werkzu benutzen. Wie ich von andern hörte, war ein bischen Eigensinn im Spiel,und das Ministerium hatte ihm sogar vorgeschlagen, wie in Frankreich ge-bräuchlich, seine Stelle durch einen wohlfeiler besoldeten Supplcantcn zu be-setzen und ihm selber den größten Theil seines Gehalts zu überlassen. Dagegensträubte sich die große Seele des Kleinen, er wollte nicht fremde Arbeit aus-beuten, und er ließ seinem Nachfolger die ganze Besoldung. Seine Uncigen-nlltzigkeit ist hier um so merkwürdiger, da er damals blutarm in rührenderDürftigkeit sein Leben fristete. Es ging ihm sogar sehr schlecht, und ohne dieEngelhlllfe einer schönen Frau wäre er gewiß im darbenden Elende verkom 'nie». Ja, es war eine sehr schöne und große Dame von Paris, eine derglänzendsten Erscheinungen des hiesigen Weltlcbcns, die, als sie von demwunderlichen Kauz hörte, in die Dunkelheit seines kümmerlichen Lebens hin-abstieg und mit anmuthigcr Zartsinnigkcit ihn dahin zu bringen wußte, einenbedeutenden Jahrgehalt von ihr anzunehmen. Ich glaube, seinen Stolzzähmte hier ganz besonders die Aussicht, daß seine Gönncrin, die Gattin desreichsten Banguicrs dieses Erdballs, späterhin sein großes Werk ans ihre Kostendrucken lassen werde. Einer Dame, dachte er, die wegen ihres Geistes undihrer Bildung so viel gerühmt wird, müsse doch sehr viel daran gelegen sein,daß endlich eine gründliche Geschichte von Abpssinicn geschrieben werde, und erfand es ganz natürlich, daß sie dem Autor durch einen Jahrgehalt seine großeMühe und Arbeit zu vergüten suchte.
Die Zeit, während welcher ich den guten Marcus nicht gesehen, etwa fünf-zehn Jahre, hatte auf sein AenßereS nicht verschönernd gewirkt. Seine Er-scheinung, die früher an's Possierliche streifte, war jetzt eine entschiedene Cari-catur geworden, aber eine angenehme, liebliche, ich möchte fast sagen erquickendeEaricatur. Ein spaßhaft wehmüthigcs Ansehen gab ihm sein von Leiden