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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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glänzenden Ball, wo er mit seinen dreihundert Actionärcn tanzte, ganz so wieeinst LconidaS mit seinen dreihundert Spartanern den Tag vor der Schlachtbei den Thermopylcn. Jedesmal wenn ich in der Gallcrie des Louvre dasGemälde von David sehe, welches diese antik heroische Sccnc darstellt, denkeich an den erwähnten letzten Tanz des Victor Bohain; ganz edcnso wie dertodesmnthige König des Davidischcn Bildes stand er ans einem Beine; eswar dieselbe klassische Stellung. -Wanderer! wenn du in Paris die Chausseed'Antiu nach den Boulevards herabwandclst, und dich am Ende bei einemschmutzigen Thal, das die ras passe clu rompnrt geheißen, befindest, wisse!du stehst hier vor den Thermopylcn der Lurops Ilttörairs, wo Victor Bohainheldenkühn siel mit seinen dreihundert Actionärcn!

Die Aufsätze, die ich, wie gesagt, fiir jene Zeitschrift zu verfassen hatte unddarin abdrucken ließ, gaben mir Veranlassung, in weiterer Ausführung überDeutschland und seine geistige Entwickelnng mich auszusprechen, und es ent-stand dadurch das Buch, das du, thcnrer Leser! jetzt in Händen hast. Ichwollte nicht blos seinen Zweck, seine Tendenz, seine geheimste Absicht, sondernauch die Genesis des Buches hier offenbaren, damit jeder um so sicherer er-mitteln könne, wie viel Glauben und Zutrauen meine Mittheilungcn ver-dienen. Ich schrieb nicht im Genre der Frau von Staöl, und wenn ich michauch bestrebte, so wenig enniiyaut wie möglich zu sein, so verzichtete ich dochim Voraus auf alle Effecte des Stiles und der Phrase, die man bei Frau vonStaöl, dem größte» Autor Frankreichs während dem Empire, in so hohemGrade antrifft. Ja, die Verfasserin der Corinnc überragt nach meinem Be-dünkcn alle ihre Zeitgenossen, und ich kann das sprühende Feuerwerk ihrerDarstellung nicht genug bewundern; aber dieses Feuerwerk läßt leider eineübelriechende Dunkelheit zurück, und wir müssen eingestehen, ihr Genie istnicht so geschlechtlos, wie nach der früheren Behauptung der Frau von Staöldas Genie sein soll; ihr Genie ist ein Weib, besitzt alle Gebrechen und Lau-nen des WclbeS, und es war meine Pflicht als Mann, dem glänzenden Cancandieses Genies zu widersprechen. Es war um so nothwendigcr, da die Mit-theilungcn in ihrem Buch cke 1'^.IIemaxiro sich auf Gegenstände bezogen, dieden Franzosen unbekannt waren und den Reiz der Neuheit besaßen, z. B.alles was Bezug hat auf deutsche Philosophie und romantische Schule. Ichglaube in meinem Buche absonderlich über elftere die ehrlichste Auskunft er-thcilt zu haben, und die Zeit hat bestätigt, was damals, als ich es vorbrachte,unerhört und unbegreiflich schien.

Ja, was die deutsche Philosophie betrifft, so hatte ich nnnmwundcn dasSchnlgchcimniß ausgeplaudert, das, eingewickelt in scholastische Formel», nurden Eingeweihten der ersten Classe bekannt war. Meine Offenbarungen er-regten hier zu Lande die größte Verwunderung, und ich erinnere mich, daß