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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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Kängurns, die mich ganz besonders amiisirtm. Ich sah auch Herrn von La-sayette und seine weißen Haare, letztere aber sah ich aparte, da solche in einemMedaillon befindlich waren, welches einer schönen Dame am Halse hing, wäh-rend er selbst, der Held beider Welten, eine braune Perrückc trug, wie alle alteFranzosen. Ich besuchte die königliche Bibliothek, und sah hier den Conser-vateur der Medaillen, die eben gestohlen worden; ich sah dort auch in einemobscurcn Corridor den Zodiacus von Dhontera, der einst so viel Aufsehen er-regt hatte, und am selben Tage sah ich Madame Recamier, die berühmtesteSchönheit zu der Zeit der Mcrovingcr, sowie auch Herrn Ballanche, der zuden piscss fustitioutives ihrer Tugend gehörte, und den sie seit undenklicherZeit überall mit sich herumschleppte. Leider sah ich nicht Herrn von Chateau-briand, der mich gewiß amüsirt hätte. Dafür sah ich aber in der xrcmcksLlmuiuidre den xbrs Lahire, in einem Momente, wo er dougroment eueolbre war; er hatte eben zwei junge Robcspierre mit weit aufgeklapptenweißen Tugcndwcstcn bei den Kragen erfaßt und vor die Thüre gesetzt; einenkleinen Saint-Just, der sich mausig machte, schmiß er ihnen nach, und einigehübsche Citopcunes der Quartier Latin, welche über Verletzung der Mcnsch-heitsrcchte klagten, hätte schier dasselbe Schicksal betroffen. In einem andern,ähnlichen Local sah ich den berühmten Chiccard, den berühmten Lcderhändlcrund Cancantänzer, eine vierschrötige Figur, deren rothaufgcdunsencs Gesichtgegen die blendend weiße Cravattc vortrefflich abstach; steif und ernsthaft glicher einem Mairie-Adjnnetcn, der sich eben anschickt, eincRosii-rc zu bekränzen.Ich bewunderte seinen Tanz, und ich sagte ihm, daß derselbe große Aehnlich-keit habe mit dem antiken Silenostanz, den man bei den Dionusicn tanzte,und der von dem würdigen Erzieher des Bacchus, dem SilcnoS, seinen Namenempfangen. Herr Chiccard sagte mir viel Schmeichelhaftes über meine Ge-lehrsamkeit und präsentirte mich einigen Damen seiner Bekanntschaft, die eben-falls nicht ermangelten, mein gründliches Wissen hcrumzurühmcn, so daß sichbald mein Ruf in ganz Paris verbreitete, und die Direktoren von Zeitschriftenmich aufsuchten, um meine Collaboration zu gewinnen.

Zu den Personen, die ich bald nach meiner Ankunft in Paris sah, gehörtauch Victor Bohain, und ich erinnere mich mit Freude dieser jovialen, geist-reichen Figur, die durch liebenswürdige Anregungen viel dazu beitrug, dieStirnc des deutschen Träumers zu entwölken und sein vergrämtes Herz indie Heiterkeit des französischen Lebens einzuweihen. Er hatte damals dieRnrope liuör-cirs gestiftet, und als Direktor derselben kam er zu mir mit demAnsuchen, einige Artikel über Deutschland in dem Genre der Frau von Stall!für seine Zeitschrift zu schreiben. Ich versprach, die Artikel zu liefern, jedochausdrücklich bemerkend, daß ich sie in einem ganz entgegengesetzten Genre schrei-ben würde.Das ist mir gleich" war die lachende Antwortaußer