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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
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altcr-Putz; die Männer kriegerisch roh und blöde, die Frauen affcctirt, sitt-sam und zimperlich. Bei ihrem Eintritt erhebt sich der Burgherr, der Ritter,und es giebt die ccremouicuscstcn Verbeugungen und Knire. Der Ritter undseine Gemahlin eröffnen den Ball. Gravitätisch germanischer Walzer. Eserscheinen der Kanzler und seine Schreiber in schwarzer Amtstracht, die Brustbeladen mit golduen Ketten, und brennende Wachskerzen in der Hand; sietanzen den bekannten Fackcltauz, während der Narr auf's Orchester hinauf-springt und dasselbe dirigirt; er schlägt verhöhnend den Tact. Wieder hörtman draußen Trompetenstöße.

Ein Diener kündigt an, daß unbekannte Masken Einlaß begehren. DerRitter winkt Erlaubniß; es öffnet sich im Hintergründe die Pforte und hereintreten drei Züge vermummter Gestalten, worunter einige in ihren Händenmusikalische Instrumente tragen. Der Führer des ersten Zuges spielt aufeiner Leier. Diese Töne scheinen in dem Ritter süße Erinnerungen zu er-regen, und alle Zuhörer horchen verwundert Während der erste Zugfüh-rer auf der Leier spielt, umtanzt ihn feierlich sein Gefolge. Aus dem zweitenZuge treten einige hervor mit Zpmbal und Handpauke Bei diesen Tönenscheinen den Ritter die Gefühle der höchsten Wonne zu durchschaucrn; erentreißt einer der Masken die Handpauke und spielt selbst und tanzt dabei,gleichsam ergänzend, die rasend lustigsten Tänze. Mit eben so wildem, aus-schweifendem Jubel umspringen ihn die Gestalten des zweiten Zugs, welcheThprsusstäbe in den Händen tragen. Noch größere Verwunderung ergreiftdie Ritter und Damen, und gar die Hausfrau weiß sich vor züchtigem Er-staunen nicht zu fassen. Nur der Narr, welcher vom Orchester hcrabspriugt,giebt seinen behaglichsten Beifall zu erkennen und macht wollüstige Capriolcn.Plötzlich aber tritt die Maske, welche den dritten Zug anführt, vor den Ritterund befiehlt ihm, mit gebieterischer Geberde, ihr zu folgen. Entsetzt und em-pört schreitet die Hausfrau auf jene Maske los, und scheint sie zu frage»:wer sie sei? Jene aber tritt ihr stolz entgegen, wirft die Larve und den ver-mummenden Mantel von sich, und zeigt sich als Diana im bekannten Jagd-costume. Auch die andern Masken entlarven sich und werfen die verhüllen-den Mäntel von sich: es sind Apollo und die Musen, welche den ersten Zugbilden, den zweiten bilden Bacchus und seine Genossen, der dritte besteht ausDiana und ihren Nymphen. Bei dem Anblick der enthüllten Göttin stürztder Ritter flehend zu ihren Füßen und scheint sie zu beschwören, ihn nichtwieder zu verlassen. Auch der Narr stürzt ihr entzückt zu Füßen und beschwörtsie, ihn mitzunehmen. Diana gebietet allgemeine Stille, tanzt ihren göttlichedelsten Tanz, und giebt dem Ritter durch Gebcrdcn zu erkennen, daß sie nachdem Venusberge fahre, wo er sie später wiederfinden könne. Die Burgfrauläßt endlich in den tollsten Sprüngen ihrem Zorn und ihrer Entrüstung freien