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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
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Liebe. In ihrem Zwcitanz fliehen und suchen sie sich, aber diesmal nur, umsich wiederzufinden, sich immer wieder einander in die Arme zu sinken. End-lich setzen sie sich kosend nieder, wie glückliche Kinder, auf dem Piddcstal derStatue, während die Nymphen sie als Chorus umtanzcn und durch ihre Pan-tomimen den Commentar bilden von dem, was sich die Liebenden erzählen

(Diana erzählt ihrem Ritter, daß die alten Götter nicht todt sind, sondernsich nur versteckt halten in Bcrghöhlcn und Tempclruincn, wo sie sich nächtlichbesuchen und ihre Freudenfeste feiern.)

Man hört plötzlich die lieblich sanfteste Musik und es treten herein Apollound die Musen. Jener spielt den Liebenden ein Lied vor, und seine Gefähr-tinnen tanzen einen schönen, gemessenen Reigen um Diana und den Ritter.Die Musik wird brausender, es erklingen von draußen üppige Weisen, Zimbelund Paukcnkiänge, und das ist Bacchus, welcher seinen fröhlichen Einzughält mit seinen Satyren und Bacchanten. Er reitet aus einem gezähmtenLöwen, zu seiner Rechten reitet der dickbäuchige Silcn auf einem Esel. Tolleausgelassene Tänze der Satyren und Bacchanten. Letztere mit Wcinlanb,oder auch mit Schlangen in den flatternden Haaren, oder auch mit goldenenKronen geschmückt, schwingen ihre Thyrscn und zeigen jene übermüthigcn,unglaublichen, ja unmöglichen Posituren, welche wir auf alten Vasen undsonstigen Basreliefs sehen. Bacchus steigt zu den Liebenden herab und ladetsie ein, Thcil zu nehmen an seinem Frcudcndicnste. Jene erheben sich undtanzen einen Zweitanz der trunkensten Lebenslust, dem sich Apollo und Bacchusnebst beider Gefolge, so wie auch die Nymphen Diana's anschließen.

Zwcitos Table au.

Großer Saal in einer gothischcn Ritterburg. Bediente in buntscheckigenWapvenröckcn sind beschäftigt mit Vorbereitungen zu einem Balle. Linkseine Estrade, wo Musiker zu sehen, die ihre Instrumente probircn. Rechtsein hoher Lehnsessel, woraus der Ritter sitzt, brütend und melancholisch. Ne-ben ihm stehen seine Gattin im enganliegenden, spitzkrägigcn Chatclainc-Co-stnm, und sein Schalksnarr mit Narrenkappe und Pritsche; sie bemühen sichbeide vergeblich den Ritter aufzuheitern durch ihre Tänze. Die Chatclainedrückt durch ehrsam gemessene Pas ihre eheliche Zärtlichkeit aus uud gcräth fastin Sentimentalität; der Narr scheint dieselbe übertreibend zu parodircn undmacht die barocksten Sprünge. Die Musikanten prälndircn ebenfalls allerleiZcrr-Mclodic». Draußen Trompetenstöße und bald erscheinen die Ballgästc,Ritter und Fräulein, ziemlich steife, bunte Figuren im überladensten Mittel-