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ßcn, — und, um die symbolische Sprache des Mittelalters zu reden, er fälltab von Gott, verzichtet aus seine himmlische Seligkeit und huldigt dem Satanund dessen irdischen Herrlichkeiten. Diese Revolte und ihre Doktrin wardnun eben durch die Buchdruckcrkunst so zauberhaft gewaltig gefördert, daß sieim Lause der Zeit nicht blos hochgebildete Individuen, sondern sogar ganzeVolksmasscn ergriffen. Vielleicht hat die Legende von Johannes FaustuS des-halb einen so geheimnißvollcn Reiz für unsre Zeitgenossen, weil sie hier sonaiv faßlich den Kamps dargestellt sehen, den sie selber seht kämpfen, den mo-dernen Kampf zwischen Religion und Wissenschaft, zwischen Autorität undVernunft, zwischen Glauben und Denken, zwischen demiithigem Entsagenund frecher Genußsucht — ein Todeskampf, wo uns am Ende vielleicht eben-falls der Teufel holt wie den armen Doctor aus der Grafschaft Anhalt oderKundlingcn in Schwaben.
Ja, unser Schwarzkünstler wird in der Sage nicht selten mit dem erstenBuchdrucker identifizirt. Dies geschieht namentlich in den Puppenspielen, wowir den Faust immer in Mainz finden, während die Volksbücher Wittenbergals sein Domizil bezeichnen. ES ist tief bedcntsam, daß hier der Wohnortdes Faustcs, Wittenberg, auch zugleich die GcburtSstättc und das Laborato-rium des Protestantismus ist.
Die Puppenspiele, deren ich abermals erwähne, sind nie im Druck erschie-nen und erst jüngst hat einer meiner Freunde nach den handschriftlichen Textenein solches Opus herausgegeben. Dieser Freund ist Herr Karl Simrock,welcher mit mir aus der Universität zu Bonn die Schlcgel'schen Collegicn überdeutsche Altcrthumskunde und Metrik hörte, auch manchen guten SchoppenRheinwein mit mir ausstach und sich solchermaßen in den Hülfswisseuschaftenperfckzionirte, die ihm später zu statten kamen bei der Herausgabe des altenPuppenspiels. Mit Geist und Takt rcstaurirte er die verlorenen Stellen,wählte er die vorhandenen Varianten, und die Behandlung der komischenPerson bezeugt, daß er auch über deutsche Hanswurste, wahrscheinlich ebenfallsim Kollegium A. W. Schlegel'S zu Bonn, die besten Studien gemacht hat.Wie köstlich ist der Anfang des Stücks, wo Faust allein im Studirzimmcr beiseinen Büchern sitzt und folgenden Monolog hält:
So weit Hab' ich's nun mit Gelehrsamkeit gebracht.
Daß ich aller Orten werd' ausgelacht.
Alle Bücher durchstöbert von vorne bis hintenUnd kann doch den Stein der Weisen nicht finden.
Jurisprudenz, Medizin, Alles umsnnst.
Kein Heil als in der nckromantischcn Kunst.