Einleitende Bemerkung.
Herr Lumlep, Direktor des Theaters Ihrer Majestät der Königin zu Lon-don, forderte mich auf, für seine Bühne ein Ballet zu schreiben, und diesemWunsche willfahrend dichtete ich das nachfolgende Poem. Ich nanntees:Doktor Faust, ein Tanzpoem. Doch dieses Tanzpocm ist nicht zur Auffüh-rung gekommen, theils weil in der Saison, für welche dasselbe angekündigtwar, der beispiellose Sucres der sogenannten schwedischen Nachtigall jedeandere Exhibition im Theater der Königin überflüssig machte, theils auch weilder Ballctmcister aus Esprit de Corps de Ballet, hemmend und säumend, allemöglichen Böswilligkeiten ausübte. Dieser Ballctmcister hielt es nämlichfür eine gefährliche Neuerung, daß einmal ein Dichter das Libretto einesBalletcs gedichtet hatte, während doch solche Produkte bisher immer nur vonTanzaffen seiner Art, in Collaborazion mit irgend einer dürftigen Litcratcn-seele, geliefert worden. Armer Faust! armer Hexenmeister! so mußtest duauf die Ehre verzichten, vor der großen Victoria von England deine Schwarz-künste zu produziren! Wird es dir in deiner Heimath besser zehn? Solltegegen mein Erwarten irgend eine deutsche Bühne ihren guten Geschmackdadurch bekunden, daß sie mein Opus zur Aufführung brächte, so bitte ich diehochlöbliche Direktion bei dieser Gelegenheit auch nicht zu versäumen, das demAutor gebührende Honorar, durch Vcmittlung der Buchhandlung von Hoff-inann und Campe zu Hamburg, mir oder meinen Rechtsnachfolgern zukom-men zu lassen. Ich halte es nicht für überflüssig zu bemerken, daß ich, umdas Eigenthumsrecht meines Ballets in Frankreich zu sichern, bereits einefranzösische Uebersctzung drucken ließ und die gesetzlich vorgeschriebene AnzahlExemplare an gehörigem Orte dcponirt habe.
Als ich das Vergnügen hatte dem Herrn Lumleh mein Balletntanuskripteinzuhändigen und wir, bei einer duftigen Tasse Thee, uns über den Geistder Faustsage und meine Behandlung derselben unterhielten, ersuchte mich dergeistreiche Jmpressario das Wesentliche unseres Gespräches aufzuzeichnen,damit er späterhin das Libretto damit bereichern könne, welches er am Abendder Aufführung seinem Publikum zu übergeben gedachte. Auch solchem
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