Wirkungen auf den Lebensprocefs. 1151
und riicksiclitlich der Animalien gab die Untersuchung der thie-rischen Wärme eine schickliche Gelegenheit, hierüber zu han-deln. Daneben aber verdient dieser Gegenstand auch in derbesonderen Beziehung die Aufmerksamkeit des Beobachters, alsin den auf der höchsten Stufe irdischer Wesen stehenden Ani-malien Ursache und Wirkung weise gegen einander abgewogensind, indem diese die zu ihrer Existenz erforderliche Wärme aussich selbst produciren. Bei den minder vollkommen organi—sirten Thierclassen ist dieses weniger der Fall, sofern bei ihnenim Winterschlafe die erforderliche Wärmeproduction abnimmt,gleichzeitig' hiermit aber auch die Intensität ihres Lebenspro-cesses. Der vollendetste Organismus zeigt sich dagegen beiden Menschen, sofern diese, besser als alle übrige Thiere, denEinflüssen der verschiedensten Temperaturen widerstehn. Beiihnen, wie bei den warmblütigen Thieren überhaupt, verdientendlich auch der Umstand bewundernde Beachtung, dafs nacheinem höchst merkwürdigen Naturgesetze die Production undConsumtion der Wärme sich insofern das Gleichgewicht halten,als eine nachtheilige Anhäufung sowohl, als auch Entziehunginnerhalb gewisser Grenzen nicht statt finden. Becquerel undBreschet * 1 (§. 198) stellten mit ihrem thermoelektrischen Ap-parate, der zugleich mit einem Sorel’schen verbunden war, eineReihe von Versuchen an, aus denen diese Beständigkeit dermenschlichen Wärme augenfällig herhvorging. Das Innere derMundhöhle, wenn man die eine Löthstelle der vereinten Drähtein diese brachte, die andere aber in Wasser von bestimmterWärme senkte, fanden sie zum Messen der animalischen Wär-me sehr geeignet. Wurde der Arm eines Menschen in Wasserzwischen 0° und 10° C. getaucht, so änderte sich die Wärmedes Biceps binnen einer Stunde nicht merklich, und ebensowenig war dieses der Fall, wenn er in Wasser von 42° C.gesenkt war. Safs der Mensch 20 Minuten in einem Bade von49° C., so stieg die Wärme des Muskels nur um 0°,2 bis0°,4 , und auch dann, als die Löthstelle neben einer Vene ein-gesteckt war, aus welcher durch Venensection Blut gelassenwurde, sank die Temperatur nicht merklich.
Säance publique de l’Acad. Imp. des Sciences de St, Petersb. 1839.p. 145 ff.
1 Compt. Hend. 1838. Avr. 9.