Druckschrift 
9,1 (1838) T - Thermol
Entstehung
Seite
819
Einzelbild herunterladen
 

Theorie.

819

mischen Zersetzungen. Auch ist es ganz unerklärlich, wieeine so geringe Erhöhung der Temperatur von wenigen Cente-simalgraden in der einen Lölhstelle einer Antimon - Wismuth-kette die gewöhnliche langsame Fortpflanzung zu einer Entla-dung steigern sollte, welche nur eine Folge einer grofsenAnhäufung und der Hindernisse in der Fortbewegung seynsoll. Aufserdem gelten auch hier alle gegen BecouekelsThgorie von denjenigen Erscheinungen hergenommene Ein-würfe, welche eine Bewegung des elektrischen Stromes gegendie Richtung der Fortpflanzung der Wärme in mehreren ther-momagnetischen Ketten anzeigen.

Das Mifslingen der Bemühungen dieser zwei ausgezeich-neten Thysiker, den Vorgang in der thermoelektrischen Ketteund das Verhältnifs der Wärme zur Elektricität bei diesemVorgänge aufzuklären, mufs uns mit Recht behutsam machen,eine dritte ebenso unhaltbare Hypothese aufzustellen. Dafsin diesen Erscheinungen die innere Textur der Körper, ins-besondere ihr krystallinisches Gefüge die wichtigste Rolle spiele,scheint uns aufser allem Zweifel zu liegen.

Gerade diejenigen Metalle, welche sich durch ihr krystal-linisches Gefüge am meisten auszeichnen, wie Antimon, Wis-muth, Arsenik, Tellur, Bleiglanz, auch Zink, sind unter sichcombinirt die wirksamsten thermomagnetischen Körper. Hier-zu kommt, dafs die thermomagnetischen Erscheinungen aufeine so merkwürdige Weise durch die Umstände, welche aufdie Art ihrer Krystallisation Einflufs äufsern, modificirt wer-den. Das Phänomen des Thermomagnetismus scheint uns da-her 'in eine Classe mit den Erscheinungen der Krystallelek -tricität zu gehören und der Unterschied, welchen der Tur-malin und die übrigen thermoelektrischen Krystalle zeigen,darauf zu beruhn, dafs diese schlechte Leiter, ja Isolatoren derElektricität sind, weswegen die Trennung der Elektricitätenzu langsam erfolgt, um eigentliche wirksame elektrische Strö-me bilden zu können, und die getrennten Elektricitäten zurpolaren Spannung sich anhäufen müssen. Was daher noch inRücksicht auf den dritten Theil des Problems, welches dieTheorie zu lösen hat, hinzuzufügen wäre, schliefst sich ambesten an eine Betrachtung des elektrischen Verhaltens desTurmalins an.