347
In deinem Haupte wird's Nacht,
Und es zucken hindurch die Blitze des Wahnsinns,
Und du prahlst vor Schmerzen!
O Thor, du Thor, du prahlender Thor!
Halsstarrig bist du wie dein Ahnherr,
Der hohe Titane, der himmlisches Feuer
Den Göttern stahl und den Menschen gab,
Und Gcier-gequälet, Felsen-gefefselt,
Olympaustrotzte und trotzte und stöhnte,
Daß wir es hörten im tiefen Meer,
Und zu ihm kamen mit Trostgesang.
O Thor, du Thor, du prahlender Thor!
Du aber bist ohnmächtiger noch,
Und es wäre vernünftig, du ehrtest die Götter,
Und trügest geduldig die Last des Elends,
Und trügest geduldig so lange, so lange,
Bis AtlaS selbst die Geduld verliert,
Und die schwere Welt von den Schultern abwirft
In die ewige Nacht.
So scholl der Gesang der Okeaniden,Der schönen mitleidigen Wasserfrau'n,
Bis lautere Wogen ihn überrauschten —
Hinter die Wolken zog sich der Mond,
Es gähnte die Nacht,
Und ich saß noch lange im Dunkeln und weinte.