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Zusammenbeugtcn sich die Liljenkelche;
Aus allen Rosen glühten Wollustgluthen;Die Nelken wollten sich im Hauch entzünden;In sel'gen Düften schwelgten alle Blumen,Und alle weinten stille Wonnethräncn,
Und alle jauchzten: Liebe! Liebe! Liebe!Die Schmetterlinge flatterten, die hellenGoldkäfer summten seine Elfenliedchcn,Die Abendwinde flüsterten, es rauschtenDie Eichen, schmelzend sang die Nachtigall —Und zwischen all dem Flüstern, Rauschen, Singen,Schwatzte mit blechern klanglos kalter StimmeDas welke Weib, das mir am Arme hing.„Ich kenn' Ihr nächtlich Treiben auf dem Schloß;Der lange Schatten ist ein guter Tropf,
Er nickt und winkt zu allem was man will;Der Blaurock ist ein Engel; doch der Rothe,Mit blankem Schwert, ist Ihnen spinnefeind."Und noch viel bunt're, wunderliche RedenSchwatzt sie in einem fort, und setzte sich,Ermüdet, mit mir nieder aus die Mooöbank,Die unterm alten Eichcnbaume steht.
Da saßen wir beisammen, still und traurig,Und sahn uns an, und wurden immer traur'ger.Die Eiche säuselte wie Sterbeseufzer,Tiefschmerzlich sang die Nachtigall herab.
Heine'S Buch der Lieder. 17