256
Umzitterte den gelblich blassen Mund.
In der Verwirrung sprach's aus mir hervor!„Man sagte mir, Sie haben sich vermählt?"„Ach ja!" sprach sie gleichgültig laut und lachend,„Hab' einen Stock von Holz, der überzogenMit Leder ist, Gemahl sich nennt; doch HolzIst Holz!" Und klanglos widrig lachte sie,Daß kalte Angst durch meine Seele rann,Und Zweifel mich ergriff: — sind das die keuschen,Die blumenkeuschen Lippen von Maria?
Sie aber hob sich in die Höh', nahm raschVom Stuhl den Kachemir, warf ihnUm ihren Hals, hing sich an meinen Arm,Zog mich von hinnen, durch die offne Hausthür,Und zog mich fort durch Feld und Busch und Au'.
Die glühend rothe Sonnenscheibe schwebteSchon niedrig, und ihr Purpur überstrahlteDie Bäume und die Blumen und den Strom,Der in der Ferne majestätisch stoß.
„Sehn Sie das große goldne Auge schwimmenIm blauen Wasser?" rief Maria hastig.
„Still armes Wesen!" sprach ich, und ich schauteIm Dämmerlicht' ein mährchenhafteS Weben.Es stiegen Nebelbildcr aus den Feldern,Umschlangen sich mit weißen, weichen Armen;Die Veilchen sahn sich zärtlich an, sehnsüchtig