XI
Bescheidenen Sinnes und um Nachsicht bittend,übergebe ich dein Publikum das Buch der Lieder;für die Schwäche dieser Gedichte mögen vielleichtmeine politischen, theologischen und philosophischenSchriften einigen Ersatz bieten,
Bemerken muß ich jedoch, daß meine poetischen,eben so gut wie meine politischen, theologischen undphilosophischen Schriften, einem und demselben Ge-danken entsprossen sind, und daß man die einen nichtverdammen darf, ohne den andern allen Beifall zuentziehen. Zugleich ertaube ich mir auch die Be-merkung, daß das Gerücht, als hätte jener Gedankeneine bedenkliche Umwandlung in meiner Seele er-litten, auf Angaben beruht, die ich eben so verachtenwie bedauern muß. Nur gewissen bornirten Geisternkonnte die Milderung meiner Rede, oder gar meinerzwungenes Schweigen, als ein Abfall von mirselber erscheinen. Sie mißdeuteten meine Mäßigung,und das war um so liebloser, da ich doch nie ihreUeberwuth mißdeutet habe. Höchstens dürfte manmich einer Ermüdung beschuldigen. Aber ich habe