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Wahrheit scheue sich in metrischen Gewanden zu er-scheinen.
Nicht ohne Befangenheit übergebe ich der Lese-welt den erncnetcn Abdruck dieses Buches. Es hatmir die größte Ueberwindung gekostet, ich habe fastein ganzes Jahr gezaudert, ehe ich mich zur flüch-tigen Durchsicht desselben entschließen konnte. Beiseinem Anblick erwachte in mir all jenes Unbehagen,das mir einst vor zehn Jahren, bei der ersten Pu-blikazion, die Seele beklemmte. Verstehen wird dieseEmpfindung nur der Dichter oder Dichterling, derseine ersten Gedichte gedruckt sah. Erste Gedichte!Sie müssen auf nachlässigen, verblichenen Blätterngeschrieben seyn, dazwischen, hie und da, müssen welkeBlumen liegen, oder eine blonde Locke, oder ein ver-färbtcs Stückchen Band, nnd an mancher Stelle mußnoch die Spur einer Thräne sichtbar seyn . . . ErsteGedichte aber, die gedruckt sind, grell schwarz gedrucktauf entsetzlich glattem Papier, diese haben ihren süße-sten, jungfräulichsten Reitz verloren und erregen beidem Verfasser einen schauerlichen Mißmutb.