Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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Ich gestehe Ihnen, Sie selbst und Ihr persönlichesTreiben interessiert mich weit mehr als Ihr literarisches

ja, der gedruckte Menzel wird mir manchmal sehrverleidet, und dann ist es gut, daß ich sehr vernünftigbin und billig und duldsam. Ich muß manchmal seufzenüber Ihre Verblendung, Ihre Mißkenntnis der eigenenInteressen, Ihre genialen Widersprüche, es tut mir weh

doch bin ich heute sehr weich gestimmt, und ich willmich in diesem Zuge nicht weiter gehen lassen.

Nur eins muß ich erwähnen Ihre letzte Behand-lung Jmmermanns: doch bedarf es bei Ihrem Scharf-sinn keiner besonderen Auseinandersetzung, wie sehr Siemich dadurch gekränkt. War das Ihre Absicht, so mußich über Ihre Verblendung auch die Achsel zucken. DerHimmel weiß, wie wenig mich jede Unbill, die nur michselbst trifft, verletzen kann. Ich gestatte Ihnen in dieserHinsicht die freundschaftlichsten Experimente; ichglaube, es wird Ihnen nicht so leicht gelingen, die Vor-liebe, die ich nun mal für Sie hege, abzutöten. WennSie sich gar als Philister Verkappen, um mir eins insMoralische zu versetzen, so muß ich lachen. Ich meinehier Ihren Tadel des Persönlichen in meiner Satire. JustWolfgang Menzel weiß besser als jeder andere, daßSatire durchaus persönlich sein muß. Und gar meineHinrichtung Platens! wissen Sie doch sehr gut, daß ichmit den Haaren dazu gezwungen worden und ich nichtfür meine Person, sondern für die Ideen, mit denen ichmich identifiziert, gegen den unflätigsten Geburtsdünkcldas Schwert ergriffen. Ich hoffe, lieber Menzel, wirwerden noch alt zusammen, und Sie werden sehen, wiewenig ich aus Eigensucht handle.

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