Druckschrift 
1 (1906)
Entstehung
Seite
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voraussetzte. Seit vorigem Frühling habe ich Ihnennicht geschrieben und habe Ihnen daher mit kurzenWorten nachzuberichten, wie es mir seitdem ergangen,äußerlich und innerlich und wie es mir noch geht.

Wie es Vögel gibt, die irgend eine physische Re-volution, etwa Gewitter, Erdbeben, Überschwemmungen,vorausahnen, so gibt's Menschen, denen die sozialenRevolutionen sich im Gemüt voraus ankündigen, unddenen es dabei lahmend, betäubend und seltsam stockendzumute wird. So erklärte ich mir meinen diesjährigenZustand bis zum Ende Juli. Ich befand mich frischund gesund und konnte nichts treiben, als Revolutions-geschichte, Tag und Nacht. Zwei Monat badete ich inHelgoland, und als die Nachricht der großen Woche dortanlangte, war's mir, als verstände sich das von selbst,als sei es nur eine Fortsetzung meiner Studien. Aufdem Kontinente erlebte ich die hiesigen Ereignisse,die einem minder starken Herzen wohl das Schönste ver-leiden konnten. Nichtsdestoweniger, gestört von allenSeiten, unternehme ich es, ein zeitbeförderndes Büch-lein, aus schon alten Materialien, auf die Beine zubringen; ich betitelte esNachträge zu den Reisebildcrn",ich Hab' es schon seit 14 Tagen nach Leipzig, wo es näm-lich gedruckt wird für Hoffmann ck Campe, geschickt,und denke, daß Sie es in drei Wochen sehen. Sie werdensich nicht täuschen lassen durch meine politische Vorredeund Nachrede, worin ich glauben mache, daß das Buchganz von früherem Datum sei. In der ersten Hälfte sindetwa drei Bogen schon alt; in der zweiten Hälfte ist nurder Schlußaufsatz neu. Das Buch ist vorsätzlich so ein-seitig. Ich weiß sehr gut, daß die Revolution alle

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